Reporting 2021

Arbeitssicherheit und
Gesundheits­management

Wir tragen Verantwortung für ein sicheres Arbeitsumfeld, im Fokus steht dabei die Vermeidung von Unfällen. Mit Prävention unterstützen wir unsere Beschäftigten zudem dabei, gesund zu bleiben.

Die Menschen, die bei und mit uns arbeiten, tragen jeden Tag entscheidend zu unserem gemeinsamen Erfolg bei. Sie geben unserer Expertise ein Gesicht, bringen ihre Ideen ein und lassen unsere Werte im Miteinander lebendig werden. Ihre Sicherheit und Gesundheit haben für uns den höchsten Stellenwert. Diese Verantwortung nehmen wir vorrangig wahr, indem wir uns auf Prävention fokussieren. Das gilt sowohl mit Blick auf die Vermeidung von Arbeitsunfällen als auch dann, wenn es darum geht, die Gesundheit unserer Mitarbeitenden langfristig zu erhalten. Auch im zweiten Jahr hat die Corona-Pandemie dabei besondere Herausforderungen bereitgehalten, denen wir uns mit vereinten Kräften stellen.

Systeme und Verantwortlichkeiten als Leitplanken

Unsere Arbeitsdirektorin vertritt die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf höchster Ebene innerhalb des Vorstands. Für konkrete Fragen und Anliegen stehen unseren Mitarbeitenden verschiedene Anlaufstellen innerhalb des Unternehmens zur Verfügung: die Personalabteilung, die zentrale betriebliche Gesundheitsförderung, die Sozialberatung sowie die Schwerbehinderten­vertretung. An jedem unserer Standorte wird zudem von überbetrieblichen Diensten eine Betriebsärztin oder ein Betriebsarzt gestellt, die beziehungsweise der gemäß den gesetzlichen Vorgaben qualifiziert ist und allen Beschäftigten bekannt gemacht wird.

Arbeitssicherheit ist in einem Unternehmen wie dem unseren von zentraler Bedeutung. Hier leistet die Zentralbereichsabteilung Sicherheit und Umweltschutz (PSU) mit regelmäßigen Begehungen der Arbeitsstätten, Prüfungen der Arbeitsplätze und Prozesse aus präventiver Perspektive sowie entsprechenden Schulungen wertvolle Unterstützung. Ihre Mitarbeitenden verfügen über die gesetzlich festgelegten Qualifikationen. Entscheidend ist dabei die Rückmeldung unserer Beschäftigten, denn sie sind jeden Tag nah dran, führen die Tätigkeiten aus und setzen die Prozesse um. Deshalb binden wir sie nicht nur in Gefährdungsbeurteilungen ein, sondern fordern sie auch auf, Bedenken und Anregungen hinsichtlich des Arbeitsschutzes aktiv mit uns zu teilen – auf Wunsch auch anonym über einen externen Ombudsmann. Genauso wichtig ist es, dass wir unsere Mitarbeitenden regelmäßig und umfassend zu Arbeitsschutzmaßnahmen und eventuellen Änderungen informieren. Dazu nutzen wir neben Meetings auf operativer Ebene zunehmend auch unsere Mitarbeitenden-App.

Um das Thema übergreifend anzugehen und noch stärker zu operationalisieren, haben wir im Berichtsjahr eine Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik formuliert, die durch konkrete Leitlinien zu zahlreichen verbundenen Aspekten ergänzt wird. Nach Unterzeichnung durch den Vorstand trat sie am 1. Januar 2022 in Kraft. Die Standorte können darüber hinaus bei Bedarf Prozessbeschreibungen zurate ziehen. Nachdem bereits die BLG LOGISTICS GROUP mit dem Zentralbereich PSU und unsere Gesellschaft BLG Cargo Logistics nach dem Arbeits- und Gesundheitsschutz- Managementsystem ISO 45001 zertifiziert sind und 2021 erfolgreich ein Überwachungsaudit absolviert haben, ist aktuell mit Kelheim ein dritter Standort auf dem Weg dorthin. So treiben wir die Verankerung sicherheits- und gesundheitsbezogener Aspekte in unseren Prozessen noch weiter voran, wobei es uns dank ebenfalls im Berichtsjahr definierter Arbeitsschutzstandards für alle deutschen BLG-Standorte künftig noch leichter fällt, unsere bestehenden Systeme in eine Zertifizierung zu überführen. Somit kann eine Ausweitung auch auf weitere Standorte erfolgen.

Sicherheit durch geprüfte Prozesse und Wissensvermittlung

Die Arbeit in der Logistik ist körperlich fordernd, das gilt besonders für Tätigkeiten im Hafen und in den Lagerhallen. Hinzu kommt, dass hier regelmäßig Mensch und Maschine aufeinandertreffen, was spezielle Sicherheitsvorkehrungen erforderlich macht. Gefährdungsbeurteilungen und regelmäßige Wirksamkeitskontrollen sind deshalb Eckpfeiler eines wirksamen Arbeitsschutzsystems. Auf den Gefährdungsbeurteilungen basieren die konkreten Betriebsan- und die Unterweisungen, an denen sich unsere Beschäftigten in der täglichen Arbeit orientieren. Jeder Standort verfügt außerdem über einen eigenen Arbeitssicherheitsausschuss, in dessen Verantwortung es liegt, neu verabschiedete Maßnahmen vor Ort umzusetzen. Zudem werden Alarm- und Gefahrenabwehrpläne vorgehalten, die neben dem korrekten Handeln im Falle einer Havarie oder eines Brandes auch Anleitungen zur Ersten Hilfe abdecken.

Meldepflichtige Betriebsunfälle

Anzahl pro 1.000 Mitarbeitende

Meldepflichtige Betriebsunfälle, Anzahl pro 1.000 Mitarbeitende

Die Erfassung und Auswertung von Arbeits- und Wegeunfällen läuft aktuell über die Software My Ticket. Über alle innerdeutschen Gesellschaften hinweg haben wir 2021 385 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert, also solche, aus denen eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen resultiert. Das entspricht einer minimalen Steigerung zum Vorjahr, für die wir trotz gründlicher Überprüfung jedes einzelnen Falles keine allgemeingültige Ursache ermitteln konnten. Damit stieg auch die 1.000-Mann-Quote – die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro tausend Mitarbeitende – von 36 auf 37. Die Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR), die anzeigt, in welcher Häufigkeit Verletzungen am Arbeitsplatz auftreten, lag bei 35 pro 1.000.000 Arbeitsstunden und somit ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert. Hierbei werden alle Unfallereignisse gezählt, die mindestens einen Tag Ausfall nach sich ziehen. Unsere Unfallstatistik berücksichtigt neben den eigenen Mitarbeitenden auch die Beschäftigten, die bei Personaldienstleistern angestellt und über diese für uns tätig sind. Sie werden genauso wie unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeund unterwiesen und erhalten dieselbe persönliche Schutzausrüstung. Gäste, Lieferanten und andere Personen, die sich an unseren Standorten aufhalten, werden über die Sicherheitsvorschriften informiert. Über umfassende Schulungen zu verschiedenen Themen wie Brandschutz oder Gefahrgut-Handling schaffen wir weiterhin die Voraussetzungen dafür, dass sich unsere Mitarbeitenden jederzeit sicher an ihrem Arbeitsplatz sowie im zugehörigen Umfeld bewegen können. Die Durchführung erfolgt in der Regel durch externe Ausbilderinnen und Ausbilder beispielsweise der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik, abhängig vom Inhalt unterstützt auch hier unser Zentralbereich PSU.

Im Berichtsjahr haben wir eine neue Software zur Darstellung unseres Gefahrstoffkatasters eingeführt, mit der uns eine filter- und sortierbare Übersicht aller Gefahrstoffe zur Verfügung steht. Hier werden wichtige Detailinformationen verwaltet sowie Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen bereitgestellt. So ist die Rechtskonformität sichergestellt.

Wir sehen es als unsere zentrale Verantwortung, einen positiven Beitrag zur Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu leisten. Eine von vielen Maßnahmen: Unser Gesundheitstag zum Thema Diabetes mit fundierten Aufklärungs- und Untersuchungsangeboten.

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Maßnahmen zum Schutz in der Pandemie

Im zweiten Jahr der Pandemie haben wir und unsere Mitarbeitenden trotz aller bleibenden Einschränkungen deutlich an Routine gewonnen. Unsere Sicherheitskonzepte, die von physischen Schutzmaßnahmen über Wegekonzepte bis zu versetzten Arbeitszeiten reichen, haben sich bewährt oder wurden weiter optimiert – das ist umso wichtiger, als wir aufgrund der Art vieler Tätigkeiten nicht in der Lage sind, unsere Beschäftigten in der Breite ins Homeoffice zu schicken. An den Stellen, an denen die Voraussetzungen gegeben sind, setzen wir weiterhin und in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Regelungen auf flexible Lösungen, digitale Meetings und mobiles Arbeiten. Seit dem Frühjahr regelt zudem eine Betriebsvereinbarung die Rahmenbedingungen, unter denen unsere Beschäftigten mobil arbeiten können. In den Verwaltungsbereichen macht mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden regelmäßig von dieser Möglichkeit Gebrauch. Auch im Berichtsjahr hat unser zentraler Krisenstab die Lage tagesaktuell im Blick gehabt und wann immer notwendig Maßnahmen unter Beachtung der jeweiligen Landesbestimmungen initiiert. Daneben bleibt die kontinuierliche Information unserer Mitarbeitenden ein wichtiger Hebel für die Prävention, so wurden an den Standorten Handbücher und Merkblätter unter anderem zu Testungen, richtigem Händewaschen, ÖPNV-, Aufzug und Kantinennutzung sowie Kontaktnachverfolgung ausgegeben. Nach wie vor gilt auf allen Betriebsflächen die Maskenpflicht, gemäß den gesetzlichen Vorgaben setzen wir außerdem – solange erforderlich – mithilfe von Zugangskontrollen und einer eigenen Teststrategie 3G am Arbeitsplatz um. Dank all dieser Maßnahmen und mit viel gemeinsamer Anstrengung ist es uns gelungen, das Virus trotz vereinzelter Infektionen außerhalb unserer Betriebe zu halten.

Besonders freut uns, dass wir unseren Mitarbeitenden bereits seit Mitte 2021 Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus anbieten können und damit einen Beitrag zu ihrer Sicherheit und zur bundesweiten Impfkampagne leisten. Zunächst konnten die Beschäftigten der Bremer und Bremerhavener Standorte im Sommer und Herbst über die dortigen Impfzentren Termine für Erst- und Zweitimpfungen vereinbaren. 2022 wird das Angebot noch einmal ausgeweitet: Gemeinsam mit anderen Unternehmen der Hafenwirtschaft und dem Arbeitsmedizinischen Dienst der AMD Hanse haben wir eigene Impfambulanzen in Bremen, Bremerhaven und Hamburg eingerichtet. Hier wird neben der Verabreichung von Erstund Zweitimpfungen zusätzlich geboostert. Das Angebot ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfrei und ohne lange Wartezeiten nutzbar. Auch an weiteren deutschen Standorten wie Emmerich und Geiselwind haben im Berichtsjahr Impfaktionen stattgefunden.

Fit und gesund durch Bewegung

Wir wollen unseren Beschäftigten helfen, ihre Gesundheit langfristig zu erhalten und fit zu bleiben. Dazu haben wir im Berichtsjahr nach einer coronabedingten Pause wieder Gesundheitstage an den Standorten durchgeführt, etwa zum wichtigen Thema Diabetes. Der Zuspruch zur Gesundheitsprävention „Fit & Fun“ ist bei unseren Mitarbeitenden nach wie vor hoch. Seit dem Frühjahr 2020 gibt es die Möglichkeit, mit der Qualitrain-App auch von zu Hause aus in Bewegung zu bleiben. Dieses Angebot wurde so gut genutzt, dass wir es auch im Berichtsjahr beibehalten haben. Die Anzahl der Partnersportstudiostätten wächst stetig weiter – so gehören mittlerweile neben Yogastudios auch Boulderhallen, Schwimmbäder und Saunen dazu. Im letzten Quartal 2021 waren 1.270 Beschäftigte dabei und haben etwas für die eigene Gesundheit getan.

Zur Prävention trägt darüber hinaus auch eine ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze etwa mit höhenverstellbaren Schreib- und Arbeitstischen bei. Der Einsatz von Trage- und Hebehilfen in Form von Exoskeletten hat sich bei uns operativ noch nicht bewährt. Daher starten wir 2022 zur Weiterentwicklung das neue Projekt Mexot zur intelligenten Arbeitsergonomie.

Wiedereingliederung für einen guten Neustart

Wir wollen die Arbeitskraft unserer Mitarbeitenden erhalten und unterstützen deshalb diejenigen, die innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen gefehlt haben, über unser betriebliches Eingliederungsmanagement. Im engen Dialog gestalten wir gemeinsam ihren Wiedereinstieg, der auch stufenweise oder begleitet durch Programme zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation erfolgen kann. Fehlzeitengespräche sollen uns außerdem Informationen darüber geben, ob und wenn ja wie der Arbeitsplatz Auswirkungen auf die Erkrankung hat und was wir tun können, um diese zu mindern. So wollen wir die Gesundheit unserer Mitarbeitenden nachhaltig fördern und krankheitsbedingte Abwesenheitszeiten senken. Die Arbeitsunfähigkeitsquote ist 2021 gegenüber dem Vorjahr erneut leicht um 0,24 Prozentpunkte auf 8,99 Prozent gestiegen. Die Entgeltfortzahlungsquote sank minimal von 6,28 auf 6,25 Prozent.

Über unsere Sozialberatung bieten wir Mitarbeitenden, inklusive Führungskräften und Funktionsträger:innen, die Möglichkeit, sich bei persönlichen Anliegen oder Fragen bezüglich ihrer beruflichen Rolle professionell begleiten zu lassen. Dieses Angebot nahmen im Berichtsjahr 2,4 Prozent der Beschäftigten im Zuständigkeitsbereich in Anspruch.

Unser Engagement für die Sustainable Development Goals

Hier erfahren Sie mehr darüber, wie wir unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.


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