Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

Miteinander – unter dieses Leitmotiv stellen wir das Geschäftsjahr 2025. In einem Umfeld, das von geopolitischen Spannungen, konjunktureller Schwäche und handelspolitischer Volatilität geprägt war, hat sich einmal mehr gezeigt: Belastbarkeit entsteht nicht isoliert, sondern im Schulterschluss – mit unseren Mitarbeitenden, mit unseren Kunden, mit unseren Partnern und mit Ihnen als Anteilseignern.

Miteinander bedeutet für uns mehr als Zusammenarbeit. Es heißt, Wissen zu teilen, unterschiedliche Perspektiven konstruktiv zu verbinden und Verantwortung klar zu übernehmen. Gerade in Zeiten beschleunigten Wandels ist diese Haltung ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Sie schafft Orientierung nach innen und Verlässlichkeit nach außen.

Die internationale Wirtschaft stand auch 2025 unter erheblichem Druck. Die Zollpolitik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, diverse Kriege und geopolitische Konflikte sowie eine insgesamt verhaltene Konjunktur wirkten sich unmittelbar auf Warenströme, Produktionsentscheidungen und Investitionsbereitschaft aus. Trotz dieses anspruchsvollen Umfelds hat die BLG LOGISTICS Group das Geschäftsjahr robust abgeschlossen.

Der Gruppenumsatz belief sich auf TEUR 1.165.460, das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte TEUR 77.417 und lag damit über unseren Planannahmen. Unsere Liquidität und die Eigenkapitalbasis konnten wir weiter stärken und die finanzielle Stabilität des Konzerns nachhaltig ausbauen. Damit verfügen wir über die notwendige Substanz, um auch in einem volatilen Umfeld handlungsfähig zu bleiben und strategische Investitionen umzusetzen.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis klarer Prioritäten. Wir haben frühzeitig gegengesteuert: ein konsequentes Kosten- und Kapazitätsmanagement, eine stringente Liquiditätssteuerung und eine wertorientierte Preisstrategie sichern unsere Resilienz. Gleichzeitig haben wir unsere operative Exzellenz standortübergreifend fortgeschrieben. Digitalisierung und Automatisierung sind leistungsstarke Motoren dieses Wandels.

Im Geschäftsbereich AUTOMOBILE lagen die Mengen unter den ursprünglichen Erwartungen. Gleichwohl blieb der Bereich ergebnisseitig positiv – getragen von hoher Wertschöpfungstiefe, effizient gesteuerten Prozessen und erfolgreichen Preisverhandlungen. Der Ausbau des Standortnetzwerks erhöht Wertschöpfungstiefe und Kundennähe. Die Transformation der Automobilindustrie verstehen wir als Impuls zur Weiterentwicklung unseres Leistungsportfolios, insbesondere im Ausbau technischer Dienstleistungen und integrierter Logistiklösungen.

Der Geschäftsbereich CONTRACT spürte die konjunkturelle Zurückhaltung insbesondere in der Automobil- und Konsumgüterbranche. Trotz operativer Stabilität an zahlreichen Standorten blieb der Bereich insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Wir haben darauf mit strukturellen Anpassungen und einer weiteren Fokussierung auf zukunftsfähige, margenstarke Aktivitäten reagiert.

Der Geschäftsbereich CONTAINER entwickelte sich stabil bis positiv. Unsere Beteiligung an EUROGATE lieferte auch 2025 einen wichtigen Ergebnisbeitrag und unterstreicht die Bedeutung strategischer Partnerschaften für die Stabilität unseres Geschäftsmodells. Strategische Weichenstellungen – unter anderem im Zusammenhang mit der Gemini-Kooperation von Hapag-Lloyd und Maersk – stärken zentrale Standorte nachhaltig und erhöhen die Planbarkeit internationaler Warenströme.

Matthias Magnor, Vorsitzender des Vorstands (Foto)

2025 war geprägt von unberechenbarer Zollpolitik, anhaltenden Kriegen und einer Automobilindustrie im Strukturwandel. Als Logistiker spüren wir jede Erschütterung sofort – aber in jeder Erschütterung steckt nicht nur Risiko, sondern auch Gelegenheit.

Matthias Magnor,
Vorstandsvorsitzender

Christine Hein, Mitglied des Vorstands & Chief Financial Officer (CFO) (Foto)

Stabilität ist kein Zufall – Stabilität ist Arbeit. Für 2026 bleiben die Rahmenbedingungen volatil – aber wir sind gut aufgestellt, mit klarem Kurs, verlässlicher Steuerung und dem Vertrauen in unsere Teams.

Christine Hein,
Finanzvorstand

Axel Krichel, Mitglied des Vorstands & Chief Operating Officer (COO) (Foto)

2025 war kein leichtes Jahr – aber wir haben geliefert und investiert in Infrastruktur, Netzwerke und Zukunftsfähigkeit. Das Marktumfeld bleibt dynamisch – aber wir sind gut aufgestellt und wissen, was zu tun ist.

Axel Krichel,
Vorstandsmitglied & COO

Michael Blach, Mitglied des Vorstands für den Geschäfts­bereich CONTAINER (Foto)

Wir haben 2025 ein sehr gutes Ergebnis erreicht – das ist das Ergebnis konsequenter Transformationsarbeit und strategischer Partnerschaften. Die strukturellen Veränderungen in der Containerbranche sind real – deshalb brauchen wir Planbarkeit und Verlässlichkeit für nachhaltigen Erfolg.

Michael Blach,
Vorstandsmitglied & Vorsitzender CONTAINER

Ulrike Riedel, Chief Human Resources Officer & Arbeits­direktorin (Foto)

Was ich aus diesem Jahr mitnehme: Wir hören zu. Wir entwickeln weiter. Wir stehen füreinander ein. Das ist unsere Stärke – nicht trotz der Herausforderungen, sondern gerade wegen ihnen.

Ulrike Riedel,
Personalvorstand & Arbeitsdirektorin

Highlights des Jahres

In unserer fast 150-jährigen Geschichte haben wir Wandel und Krisen stets erfolgreich gemeistert. Wir sind breit aufgestellt, global vernetzt und markterfahren genug, um Marktveränderungen dynamisch zu begegnen und dabei Chancen zu erschließen. 2025 haben wir uns sowohl im Vorstand als auch im engen Austausch mit unseren Führungskräften intensiv mit der DNA der BLG und unserer Strategie für die kommenden fünf Jahre beschäftigt. „Klar auf Kurs“ ist der Kompass, der uns als BLG auch bei rauer See auf die Zukunft ausrichtet. Auf Wachstum, Innovation und Vorankommen. Das Ziel ist klar: 2035 sind wir der paneuropäische Seehafen- und Logistikdienstleister mit hanseatischen Wurzeln hier in Bremen.

Ein Meilenstein war der Ausbau unseres Standortnetzwerks. Mit dem neuen Inlandterminal in Ahlhorn schaffen wir einen integrierten Logistikstandort, der Lagerflächen, technische Dienstleistungen und effiziente Transportanbindungen systematisch miteinander verknüpft. Damit stärken wir unsere Wertschöpfungstiefe in der Fahrzeuglogistik und schaffen zusätzliche Flexibilität für unsere Kunden.

Die Zeitenwende hat die Kaje erreicht. In der Folge des aktiven und gemeinsamen Werbens der BLG, des Landes Bremen und weiterer Akteure um Mittel aus dem Verteidigungshaushalt (Einzelplan 14) wird der Bund in den kommenden Jahren 1,35 Milliarden Euro in den Hafen von Bremerhaven investieren. Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Beschluss die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, um in Bremerhaven auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und der NATO zu sein.

Auch Nachhaltigkeit entsteht im Miteinander. Der Weg hin zu einer klimafreundlicheren Logistik lässt sich nur gemeinsam gestalten – mit unseren Mitarbeitenden, Kunden und Partnern sowie mit der gesamten Branche. Deshalb haben wir im Berichtsjahr weiter daran gearbeitet, Nachhaltigkeit weiter in unseren Entscheidungen, Prozessen und Prioritäten zu verankern.

Ein wichtiger Teil dessen ist unsere konzernweite strategische Initiative „Roadmap zur Dekarbonisierung“. Sie bildet die Brücke zwischen dem Status quo und unseren Klimazielen: Bis 2030 wollen wir unsere eigenen Treibhausgasemissionen gegenüber dem Basisjahr 2018 um 50,4 Prozent reduzieren, die entlang der Wertschöpfungskette um 30 Prozent. Um das zu erreichen, werden für jeden relevanten Bereich konkrete Reduktionshebel definiert und bewertet. Einen Meilenstein haben wir bereits erreicht: Seit 2025 decken wir unseren Strombedarf vollständig aus erneuerbaren Energien – durch eine Kombination aus eigener Stromerzeugung, Liefervereinbarungen und zertifizierten Herkunftsnachweisen.

Auch unsere Berichterstattung stellen wir zukunftsfähig auf und legen den Fokus auf Transparenz und Vergleichbarkeit unserer Nachhaltigkeitsleistung. Daher orientiert sich der vorliegende Bericht erstmals strukturell wie methodisch an den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Die Basis dafür wurde im Miteinander gelegt. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse, mit der wir die Berichtsthemen ermittelt haben, war geprägt durch die Beteiligung zahlreicher Abteilungen und ihrer Expertinnen und Experten.

Denn eines steht fest: Die Transformation der Logistik wird nicht von Einzelpersonen oder einzelnen Unternehmen getragen, sondern von vielen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen. Wir stellen uns dieser Aufgabe und gestalten den Wandel miteinander.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwarten wir ein weiterhin herausforderndes Umfeld. Geopolitische Spannungen, Kriege, konjunkturelle Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen in zentralen Industrien werden uns begleiten. Aber Handel ist wie Wasser. Er findet immer seinen Weg. Und darin sehen wir Chancen. Die Transformation ganzer Branchen, neue internationale Partnerschaften und regionale Verschiebungen in Liefer- und Produktionsketten eröffnen uns Spielräume. Wir reagieren darauf mit klarem Kurs, unternehmerischem Mut und verlässlicher Umsetzungskraft. Denn überall dort, wo Märkte sich neu sortieren, wo Branchen sich transformieren, wo Unternehmen ihre Lieferketten, Partnerschaften und Prozesse neu aufstellen, können wir miteinander Mehrwert schaffen.

DER VORSTAND

Matthias Magnor

Vorstandsvorsitzender

Michael Blach

Vorstandsmitglied & Vorsitzender CONTAINER

Christine Hein

Finanzvorstand

Axel Krichel

Vorstandsmitglied & COO

Ulrike Riedel

Personalvorstand & Arbeitsdirektorin

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA)
Die DMA nach CSRD hat zwei Dimensionen: die Wesentlichkeit der Auswirkungen (positive & negative Auswirkungen) und die finanzielle Wesentlichkeit (Risiken & Chancen). Ein Nachhaltigkeitsaspekt erfüllt das Kriterium der doppelten Wesentlichkeit, wenn es aus der Auswirkungsperspektive oder aus finanzieller Sicht oder aus beiden Perspektiven wesentlich ist.
Das ganze Glossar ansehen
EBT
Earnings Before Taxes (Ergebnis vor Steuern). Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft unabhängig von nicht beeinflussbaren steuerlichen Effekten. Es ist auch zur Messung der Profitabilität im internationalen Vergleich geeignet.
Das ganze Glossar ansehen
European Sustainability Reporting Standards (ESRS)
Die ESRS sind Nachhaltigkeitsberichtsstandards, die von der EFRAG im Auftrag der EU entwickelt wurden. Sie legen fest, welche nichtfinanziellen Informationen Unternehmen im Rahmen der CSRD offenlegen müssen.
Das ganze Glossar ansehen

Themenfilter

Ergebnisse für