Weltwirtschaft
Für das Geschäftsjahr 2026 wurde vor der weiteren Eskalation im Nahen Osten insgesamt von einer moderaten, jedoch unsicheren Erholung der Weltwirtschaft ausgegangen. Die Lage bleibt jedoch geprägt von geopolitischen Spannungen, protektionistischen Tendenzen und anhaltender Volatilität an Energie- und Rohstoffmärkten. Für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwarten marktführende Institute ein Wachstum im Korridor von 2,4 Prozent bis 3,1 Prozent. Die Inflationsraten in den Industriestaaten nähern sich zwar dem Zielwert von 2 Prozent, bleiben jedoch durch politische Unsicherheiten, Kriege, Klimarisiken und Angebotsengpässe anfällig für Schwankungen. Die großen Notenbanken verfolgen eine vorsichtige geldpolitische Normalisierung, was zu leicht verbesserten, aber weiterhin restriktiven Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Privatkunden führt. Der aktuell eskalierende Nahostkonflikt kann zu höheren Energiepreisen und Störungen der Lieferketten unserer Kunden führen.
Europa
Die konjunkturelle Lage in Europa zeigt Anzeichen einer spürbaren Erholung, bleibt aber – auch durch den Nahostkonflikt – fragil. Für die Eurozone wird 2026 ein reales BIP-Wachstum von 1,3 Prozent erwartet, getragen von öffentlichen Investitionen, einer Erholung des privaten Konsums sowie fortschreitenden Digitalisierungs- und Dekarbonisierungsmaßnahmen. Die Inflationsrate im Euroraum dürfte sich in einem Band zwischen 1,7 Prozent und 2,0 Prozent bewegen. Durch den Nahostkonflikt steigen aktuell insbesondere die Preise für Benzin und Gas, dies kann die Prognose beeinflussen. Weitere wesentliche externe Risiken sind ein Anstieg von Handelsbarrieren, unerwartete Marktreaktionen oder erneute Energiepreisspitzen.
Deutschland
Für Deutschland zeichnet sich 2026 eine allmähliche Erholung ab, erkennbar an einer stabileren Investitions- und Beschäftigungssituation. Forschungsinstitute prognostizieren ein BIP-Wachstum zwischen 0,9 Prozent und 1,2 Prozent, wobei staatliche Transformations- und Infrastrukturprogramme sowie ein schrittweise anziehender privater Konsum die Haupttreiber darstellen. Vor Ausbruch des aktuellen Nahostkonflikts (Iran) sind Bundesbank und IMK davon ausgegangen, dass sich die Inflation im Bereich von 1,8 Prozent bis 2,0 Prozent einpendeln wird. Inwieweit diese Annahmen eintreten, hängt auch von der Dauer des aktuellen Konflikts ab. Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich bei 5,6 Prozent bis 5,9 Prozent verbleiben. Belastungsfaktoren bleiben außenwirtschaftliche Abschwächungen wichtiger Handelspartner und protektionistische Nachwirkungen, die aktuelle Zollpolitik der US-Regierung, unvorhersehbare Energiepreisentwicklungen, Fachkräftemangel sowie steigende Transformationskosten — insbesondere für energieintensive Branchen und mittelständisch geprägte Unternehmen.
Fazit
Für das Geschäftsjahr 2026 wurde vor der aktuellen Eskalation im Nahen Osten von einer vorsichtigen Erholung und graduellen Stabilisierung der Wirtschaft ausgangen. Das Umfeld bleibt aber durch die aktuell zahlreichen Unsicherheiten belastet. Die zentralen Kennziffern — globales BIP-Wachstum von 2,4 Prozent bis 3,1 Prozent, Eurozonen-Wachstum um 1,3 Prozent sowie BIP-Zunahme in Deutschland von 0,9 Prozent bis 1,2 Prozent — unterstreichen die Notwendigkeit einer flexiblen und risikobewussten Unternehmens- und Wirtschaftspolitik und können voraussichtlich nur erreicht werden, wenn die aktuellen Konflikte schnell beendet werden und sich nicht tiefgreifender auswirken.
Quellen dieses Abschnitts: IMK Report Nr. 199 (2026); Deutsche Bundesbank: Monatsberichte Januar und Februar 2026; IfW Kiel, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 128 (2025|Q4) Handelsblatt.de: „Selbst Mini-Aufschwung 2026 wird immer kleiner“ vom 11.12.2025, abgerufen am 18.02.2026, 16:59 Uhr Tagesschau.de: „Deutsche Wirtschaft 2026 besser, aber in Europa hinter dem Durchschnitt“ vom 17.11.2025, abgerufen am 18.02.2026, 17:05 Uhr
Logistikbranche erneut vor herausforderndem Jahr
Geschäftsklima Logistikdienstleister
(Quelle: Bundesvereinigung Logistik e.V.; 2015 = 100 = Normalniveau)
Das Geschäftsklima in der deutschen Logistikbranche hat sich zum Jahresende 2025 leicht verbessert. Ein spürbarer Aufschwung im Wirtschaftsbereich Logistik ist laut Logistik-Indikator der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) aber vorerst nicht zu erwarten. Das ifo-Institut erhebt im Auftrag der BVL im Rahmen seiner monatlichen Konjunkturumfragen regelmäßig die Daten für den Logistik‑Indikator.
Trotz der leicht positiven Entwicklung blieb das Geschäftsklima in der deutschen Logistikwirtschaft insgesamt verhalten. Zwar verbesserten sich die Geschäftserwartungen moderat, sie wurden jedoch weiterhin durch geopolitische Unsicherheiten, hohe Kosten und strukturelle Herausforderungen – insbesondere in der Industrie – belastet.
Das SCI Logistikbarometer Anfang 2026 signalisiert, dass das Geschäftsklima weiterhin zurückhaltend ist. Die Branche kämpft mit anhaltender Kostendynamik und einer weiterhin niedrigen Investitionsbereitschaft. Die Hoffnung der Unternehmen richtet sich auf stabile politische Rahmenbedingungen und Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung.
Umsatzentwicklung deutsche Logistik
Quelle: Bundesvereinigung Logistik e.V.
* = Prognose; in EUR Mrd.
Im Jahr 2025 bleibt die deutsche Logistikwirtschaft trotz einzelner positiver Signale in einer insgesamt verhaltenen Verfassung. Das Geschäftsfeld der Business‑to‑Customer‑Transporte (B2C) wird weiterhin als wachstumsstark eingeschätzt.
Gleichzeitig steht die Branche unter erheblichem Kostendruck: gestiegene Mautgebühren, höhere Lohnkosten und anhaltend hohe Energiepreise belasteten die Unternehmen spürbar und dürften auch in den kommenden Monaten zu Belastungen führen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bleibt hoch und stellt viele Betriebe vor strukturelle Herausforderungen.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen zeichnen die jüngsten Branchenindikatoren – darunter der BVL‑Logistik‑Indikator für das vierte Quartal 2025 sowie das SCI Logistikbarometer zu Jahresbeginn 2026 – ein vorsichtig optimistisches Bild für das Jahr 2026. Insbesondere die Geschäftserwartungen hellen sich leicht auf. Unternehmen investieren zunehmend in nachhaltige Logistiklösungen zur Reduktion von CO2‑Emissionen und treiben die Einführung neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und dem Internet der Dinge (IoT) voran. Diese Entwicklungen erfordern zwar weiterhin erhebliche Investitionen, bieten jedoch zugleich Chancen für Effizienzsteigerungen und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Jahr 2026.
Quellen dieses Abschnitts: BVL-Logistik-Indikator, 4. Quartal 2025 inkl. Kommentierung SCI-Verkehr, SCI Logistikbarometer Januar und Februar 2026