Risikokategorien und Einzelrisiken
Aus den für BLG LOGISTICS festgelegten Risikofeldern werden in den folgenden Abschnitten die wesentlichen Risiken der BLG LOGISTICS nach Risikokategorien dargestellt. Bei der Auswahl der Wesentlichkeit werden solche Risiken berücksichtigt, die sich bei Eintritt spürbar auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken würden. Des Weiteren werden im Sinne der doppelten Wesentlichkeit Risikoanalysen implementiert, um die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Menschen und Umwelt zu bewerten und zu managen. Risiken aus dem Bereich Environment, Social und Governance (ESG) werden als integrierten Bestandteil der im Folgenden dargestellten Risikokategorien betrachtet. Die Bewertung und Ableitung von Maßnahmen erfolgt grundsätzlich anhand von Szenarien unter Berücksichtigung sämtlicher bekannter Einflussgrößen aus Chancen und Risiken.
Ein Gesamtüberblick über die wesentlichen Risiken ist in der Tabelle dargestellt.
Risiko |
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Schadenshöhe |
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Eintrittswahrscheinlichkeit |
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Trend gegenüber Vorjahr |
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Strategische Risiken |
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bedeutend |
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unwahrscheinlich |
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↗ |
Marktrisiken |
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bestandsgefährdend |
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möglich |
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↗ |
Politische, rechtliche und soziale Risiken |
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mittel |
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möglich |
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↗ |
Leistungs- und Infrastrukturrisiken |
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bedeutend |
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möglich |
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↗ |
Finanzwirtschaftliche Risiken |
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mittel |
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unwahrscheinlich |
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→ |
Risikomatrix
Leistungs- und Infrastrukturrisiken
Risiken aus Geschäftsbeziehungen
In allen operativen Geschäftsbereichen ist durch die enge Kundenbindung und die teilweise anspruchsvollen Vertragslaufzeiten sowie ‑konditionen, insbesondere zu einigen Großkunden, auf Veränderungen in den konjunkturellen Entwicklungen und den Nachfrage- bzw. Produktlebenszyklen ein besonderes Augenmerk zu legen.
Infrastrukturkapazität und ‑sicherheit
Aufgrund von Volumenschwankungen oder Versorgungslücken bei den Kunden kann es zu temporären Kapazitätsengpässen kommen. Durch aktive Marktsondierungen sind uns zusätzliche Flächen- und Hallenkapazitäten bei Dritten bekannt; diese werden bei Bedarf kostenpflichtig angemietet.
Im Gegensatz dazu kann bei Minderauslastung der eigenen Kapazitäten in der Regel kurzfristig keine anderweitige Verwendung generiert werden. Dies führt zu einer Ergebnisbelastung aus nicht gedeckten Fixkosten für Flächen- und Hallenkosten. Die Risiken werden im Rahmen der Preis- und Vertragsgestaltung (Erhöhung Anteil Festvergütung) und ‑kalkulation berücksichtigt.
Die Flächen, Hallen, Transport- und Umschlagsgeräte werden regelmäßig innerhalb fest definierter Intervalle gewartet und instand gesetzt. Dadurch ist eine dauerhafte Leistungssicherheit gegeben.
Sollte die noch ausstehende Maßnahme zur Vertiefung der Außenweser scheitern oder sich nachhaltig verzögern, kann dies nicht unerhebliche negative Auswirkungen auf die zukünftige Umschlagsentwicklung am Standort Bremerhaven haben.
Personalrisiken
Durch den demografischen Wandel besteht ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in vielen Bereichen. Können nach (un-/geplanter) Fluktuation Stellen nicht in der gewünschten Zeit oder Qualifikation nachbesetzt werden, führt dies zu einem vermehrten Einsatz von Fremdpersonal und damit verbunden zu erhöhten Kosten und/oder geringerer Produktivität. Gleichzeitig erhöht sich die Belastung für die Belegschaft, welches zu einer Zunahme der Fehlzeiten, Unfällen und zusätzlicher Fluktuation führen kann.
Zur Reduzierung von Austrittszahlen wird gezielt in die Qualifikation der Mitarbeitenden und Führungskräfte investiert sowie Feedbackinstrumente überarbeitet, um den Austausch zwischen Mitarbeitenden und Führungsebene zu stärken. Die Bindung von Mitarbeitenden wird durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen, eine starke Führungsarbeit und transparente Entgeltsysteme gefördert, die Vertrauen und Zufriedenheit schaffen sollen.
Um die Effektivität im Recruiting zu steigern, wurde der HR-Bereich in der Vergangenheit neu organisiert. Eine zentrale Recruiting-Abteilung bündelt das notwendige Know-how, um den Bewerbungsprozess effizient und zielgerichtet zu gestalten. Ergänzend dazu identifiziert die BLG LOGISTICS Schlüsselpositionen und entwickelt ein umfassendes Talent-Management, um wichtige Kompetenzen im Unternehmen zu sichern und zukünftige Herausforderungen aktiv anzugehen. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die BLG LOGISTICS auch langfristig über qualifiziertes Personal verfügt und als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.
Klimarisiko
Die zunehmende Häufung und Intensität von akuten Extremwetterereignissen (z. B. Hitze, Stürme, Überschwemmungen) sowie längerfristige chronische Änderungen von Mittelwerten und Schwankungsbreiten verschiedener Klimavariablen (z. B. Temperatur, Niederschlag, Meeresspiegel) stellen Gefahren für Assets und Geschäftsprozesse dar. Es wurden verschiedene Elementarschadenszenarien für Sachanlagen und damit einhergehende mögliche Betriebsunterbrechungen analysiert.
BLG LOGISTICS hat zur Übertragung des Risikos eine Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung abgeschlossen. Einzelne, theoretische Gefahren wie zum Beispiel eine Sturmflut sind in der vollen Höhe aktuell nicht versicherbar. Im Rahmen der Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen (CSRD, EU-Taxonomie) wird derzeit eine erweiterte Klimavulnerabilitätsanalyse durchgeführt. Die dabei identifizierten potenziellen Risiken werden im Rahmen des Business Continuity Managements in die Standortanalyse mit eingebracht und bewertet.
Risiken der Informationstechnologie
Die Zahl der Cyber-Vorfälle, wie IT-Ausfälle, Ransomware-Angriffe oder Datenschutzverletzungen, bleibt 2025 weiterhin hoch.
Da die Informationssicherheit der Geschäftsprozesse für BLG LOGISTICS von zentraler Bedeutung ist, bleibt das Risiko für BLG LOGISTICS bedeutend. BLG LOGISTICS hat diverse Maßnahmen ergriffen, um Risiken zu vermeiden und zu vermindern. Prozesse und Technologien werden kontinuierlich überprüft.
Die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für den sorgsamen Umgang mit allen geschäftsrelevanten Informationen ist von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund werden interne Kommunikations- und Schulungskampagnen durchgeführt und daran gearbeitet, dass die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen dank entsprechender technischer Unterstützung gewahrt bleibt.
In 2025 wurden die Notfallprozesse erneut durchleuchtet und ein Krisenstab mit entsprechenden Entscheidungsbefugnissen implementiert, sodass fest definierte Prozesse eine schnelle und effiziente Reaktion in einem potenziellen Angriffsfall sicherstellen.
Gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten wird sichergestellt, dass personenbezogene Daten ausschließlich gemäß den Regelungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung und den jeweils anwendbaren lokalen Gesetzen verarbeitet werden.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Ausfallrisiko
Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und den Leasingforderungen. Die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Beträge verstehen sich abzüglich Wertberichtigungen für die erwarteten Ausfälle. Durch die laufende Überwachung der Forderungsbestände auf Managementebene sowie den Einsatz von Warenkreditversicherungen in Abhängigkeit von der Kundenbonität sieht sich BLG LOGISTICS keinem wesentlichen Ausfallrisiko ausgesetzt.
Das Ausfallrisiko ist bei liquiden Mitteln und derivativen Finanzinstrumenten begrenzt, da diese derzeit ausschließlich bei Banken gehalten werden, denen internationale Ratingagenturen eine hohe Bonität bescheinigt haben, die über einen Haftungsverbund eine hohe Sicherheit ausweisen und/oder bei denen über langfristig aufgenommene Darlehen Aufrechnungsmöglichkeiten bestehen.
Das maximale Ausfallrisiko des Konzerns wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte (einschließlich derivativer Finanzinstrumente mit positivem Marktwert) wiedergegeben. Des Weiteren ist der Konzern auch durch die Übernahme finanzieller Garantien einem Haftungsrisiko ausgesetzt, dessen Risiko zum Bilanzstichtag als gering anzusehen ist.
Zum Abschlussstichtag liegen keine weiteren wesentlichen, das Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen oder Besicherungen vor.
Kontrahentenrisiko
Aktuell legt BLG LOGISTICS überschüssige Liquidität auf Tagesgeldbasis bei unterschiedlichen Banken an. Damit besteht ein Kontrahentenrisiko, da ein potenzieller Ausfall einer dieser Banken einen Liquiditätsverlust zur Folge hätte.
Es erfolgt eine regelmäßige Überprüfung der Ratings der Banken, um einem möglichen Kontrahentenrisiko entgegenzuwirken. Gleichzeitig wird bei einer Anlage ein definiertes Mindestrating erwartet und es werden kurzfristige Geldanlagen auf mehrere Banken verteilt.
Fremdwährungsrisiko
Mit geringfügigen Ausnahmen operieren die Gruppengesellschaften in der Eurozone und fakturieren ausschließlich in Euro. Insofern kann lediglich in Einzelfällen, zum Beispiel durch ausländische Dividendeneinkünfte, die Ausreichung von im Rahmen der Gruppenfinanzierung ausgereichten Darlehen in Fremdwährung oder Einkauf von Lieferungen und Leistungen im Ausland, ein Währungsrisiko entstehen.
Liquiditätsrisiko
Liquiditätsrisiken können sich aus Zahlungsengpässen und daraus resultierenden höheren Finanzierungskosten ergeben. Die Liquidität der Gruppe wird durch das zentrale Cash Management auf Ebene der BLG KG sichergestellt.
In das Cash Management sind alle wesentlichen Tochterunternehmen einbezogen. Durch ebenfalls zentrale Investitionskontrollen und ein zentrales Liquiditätsmanagement wird die rechtzeitige Bereitstellung von Finanzierungsmitteln (Darlehen/Leasing/Miete) zur Erfüllung sämtlicher Zahlungsverpflichtungen sichergestellt.
Der Liquiditätsbedarf der Gruppe ist durch liquide Mittel und zugesagte Kreditlinien gedeckt. Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt auch im Kapitalmarkt zunehmend an Bedeutung. Die Definition von Nachhaltigkeitszielen im Rahmen der Gesamtstrategie sowie die Implementierung der korrespondierenden Maßnahmen stehen zunehmend im Fokus potenzieller Kreditgeber und können Kriterien bei der Kreditvergabe sein. Damit bilden die Nachhaltigkeitsmaßnahmen einen Faktor für die Sicherstellung der zukünftigen Deckung des Liquiditätsbedarfs.
Parallel dazu setzt die BLG-Gruppe zur weiteren Optimierung der Bilanzstruktur den regresslosen Verkauf von Forderungen im Rahmen einer Factoringvereinbarung als außerbilanzielles Finanzierungsinstrument ein. Die Verpflichtungen des Factors zum Ankauf bestehender und zukünftiger Forderungen sind auf einen Gesamthöchstbetrag von EUR 75 Mio. begrenzt. BLG LOGISTICS kann frei entscheiden, in welchem Umfang das revolvierende Nominalvolumen ausgenutzt wird. Die für den Abgang maßgeblichen Risiken betreffen das Ausfallrisiko und das Risiko der verspäteten Zahlung (Spätzahlungsrisiko). Das Ausfallrisiko wird gegen Zahlung eines Factoringentgelts vollständig auf den Factor übertragen. Ein wesentliches Spätzahlungsrisiko besteht nicht. Die Forderungen wurden vollständig ausgebucht.
Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko, dem BLG LOGISTICS ausgesetzt ist, entsteht hauptsächlich aus den langfristigen Darlehen und den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten. Die Steuerung der Zinsrisiken erfolgt durch eine Kombination von festverzinslichem und variabel verzinslichem Fremdkapital. Der überwiegende Teil der Bankverbindlichkeiten ist langfristig abgeschlossen bzw. es bestehen feste Zinsvereinbarungen bis zum Ende der Finanzierungslaufzeit, entweder originär im Rahmen der Darlehensverträge oder über Zinsswaps, die im Rahmen von Micro-Hedges für einzelne variabel verzinsliche Darlehen abgeschlossen werden.
Gestiegene Anforderungen der Banken an Bonität und Nachhaltigkeit können den Druck auf die Zinsmarge verstärken.
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und ‑aufwendungen, andere Ergebniskomponenten sowie auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde.
Bezüglich originärer Finanzinstrumente mit fester Verzinsung wirken sich Marktzinsänderungen nur dann auf das Ergebnis aus, wenn diese Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken im Sinne von IFRS 7; dies gilt für alle festverzinslichen Darlehensverbindlichkeiten von BLG LOGISTICS einschließlich der Leasingverbindlichkeiten und der sonstigen Finanzkredite. Bei zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken in Form von Cashflow-Hedges designierten Zinsswaps gleichen sich die durch Änderungen der Marktzinssätze induzierten Veränderungen der Zahlungsströme und der Ergebnisbeiträge der besicherten originären Finanzinstrumente und der Zinsswaps nahezu vollständig aus, sodass insoweit kein Zinsänderungsrisiko besteht.
Die -erfolgsneutrale- Bewertung der Sicherungsinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert hat Auswirkungen auf die Hedge-Rücklage im Eigenkapital und wird daher bei der eigenkapitalbezogenen Sensitivitätsberechnung berücksichtigt. Marktzinsänderungen von originären variabel verzinslichen Finanzinstrumenten, deren Zinszahlungen nicht als Grundgeschäfte im Rahmen von Cashflow-Hedges gegen Zinsänderungsrisiken gestaltet sind, wirken sich auf das Zinsergebnis aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivitäten mit ein. Dasselbe gilt für Zinszahlungen aus Zinsswaps, die ausnahmsweise nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind. Bei diesen Zinsswaps wirken sich Marktzinsänderungen auch auf den beizulegenden Zeitwert aus, haben somit Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis aus der Anpassung der finanziellen Vermögenswerte bzw. finanziellen Verbindlichkeiten an den beizulegenden Zeitwert und werden bei der ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnung berücksichtigt.
Bei BLG LOGISTICS wird aus heutiger Sicht die Eintrittswahrscheinlichkeit der beschriebenen Finanzrisiken als gering eingeschätzt.
Weitere Angaben zum Management von Finanzrisiken finden sich im Anhang unter Erläuterung Nummer 32.
Politische, rechtliche und soziale Risiken
Rechtliches und politisches Umfeld
Die internationale Handelspolitik und Planungssicherheit bleibt angesichts der aktuellen US-Außen- und Zollpolitik sowie der Handelspolitik zwischen China und der EU von hoher Unsicherheit geprägt. Dies belastet Im- und Exporte und verschärft den Wettbewerbsdruck, insbesondere durch chinesische Anbieter im Bereich der Elektromobilität.
Gleichzeitig führt der anhaltende Kostendruck bei Kunden zu verzögerten Entscheidungen über neue Logistikkonzepte und erschwert die Planung. Strukturelle Herausforderungen wie der demografische Wandel, der Fachkräftemangel in der Logistik sowie begrenzte öffentliche Investitionen in Infrastruktur und Transformation verstärken die Investitionszurückhaltung der Unternehmen.
Vertragsrisiken
Risiken bei Verträgen ergeben sich aus der teilweise nicht fristenkongruenten Deckung von Kundenverträgen in Verbindung mit der Anmietung von Immobilien.
Veränderungen im Marktumfeld können zu einer Abweichung der im Rahmen der Preiskalkulation getroffenen Annahmen hinsichtlich Mengen und Kostenstruktur führen. Hieraus resultierende Abweichungen von der Planung werden im Rahmen von Nachverhandlungen adressiert.
Für Risiken aus belastenden Verträgen wurden Risikovorsorgen getroffen. Die Höhe der Risiken kann infolge einer geänderten Sachlage im Zeitverlauf deutlich ansteigen. Ein solches Risiko ist nach der derzeitigen Einschätzung als gering anzusehen.
Steigende regulatorische Anforderungen
In den kommenden Jahren wird die BLG LOGISTICS, wie auch ihre Lieferanten und Kunden, laufend mit neuen Vorschriften und Regelungen konfrontiert, die nicht nur einen hohen Verwaltungsaufwand erfordern, sondern auch echte Einschränkungen für ihre Geschäftstätigkeit mit sich bringen könnten. Dazu gehören beispielsweise die Folgen aus der Umsetzung des LkSG, der CSDDD, der NIS-2, auch in der operativen Umsetzung.
Durch die Überwachung von regulatorischen Veränderungen überprüft BLG LOGISTICS neue Anforderungen und stellt sicher, dass notwendige Anpassungen der eigenen Geschäftsprozesse frühzeitig umgesetzt werden.
Strategische Risiken
Risiken aus Akquisitionen und Investitionen
BLG LOGISTICS ist heute mit mehreren Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien präsent. Im Rahmen des Prozess- und Qualitätsmanagements wurde für den Zweck weiterer Akquisitionen eine einheitliche M&A-Richtlinie über das Vorgehen verfasst, die bei sämtlichen Anteilskäufen einzuhalten ist. Hierbei kommen sowohl gruppeninterne als auch externe Berater zum Einsatz. Somit wird gewährleistet, dass alle mit einer Akquisition oder Beteiligung verbundenen Risiken berücksichtigt und bewertet werden.
Durch die regelmäßige Berichterstattung an Vorstand und Aufsichtsrat und die regelmäßigen Sitzungen dieser Gremien ist gewährleistet, dass das operative Geschäft laufend beobachtet und gesteuert wird. Auf aufkommende Risiken kann somit frühzeitig mit entsprechenden Maßnahmen reagiert werden.
Marktrisiken
Geopolitische Risiken
Neben dem andauernden Krieg in der Ukraine prägen weitere weltweite geopolitische Konflikte die Risikosituation von BLG LOGISTICS. So würde eine Verschärfung des China-Taiwan-Konflikts zu einer politischen Kettenreaktion und enormen Auswirkungen in der deutschen Automobilwirtschaft führen. Der chinesische Absatzmarkt sowie Teile der Produktionsstätten würden wegbrechen und insbesondere die wichtigen Halbleiter und Technik aus Taiwan könnten nicht verbaut werden. Ein Mengeneinbruch sowie Störungen der Lieferketten können im Geschäftsbereich AUTOMOBILE und auch in Teilen im Geschäftsbereich CONTRACT zu erheblichem Ergebnisrückgang führen. Währenddessen bereitet sich die Industrie im Rahmen eines sogenannten „Derisking“ zur Unabhängigkeit in der Teileversorgung vor.
Am 28. Februar 2026 starteten Israel und die USA koordinierte Angriffe auf Ziele im Iran, was zu einer umfassenden Eskalation im Nahen Osten führte, da der Iran seinerseits Vergeltungsmaßnahmen ergriff. Angriffe im Bereich der Straße von Hormus und die anhaltende Bedrohung durch die Huthi-Rebellen im Roten Meer erhöhen die Risiken für Reedereien erheblich. In der Folge werden Verkehre umgeleitet, Transitzeiten verlängert und zusätzliche Kriegsrisiko- sowie Notfallzuschläge erhoben. Hieraus können sich Auswirkungen auf Transportkosten, Umschlagmengen und Planbarkeit der Schiffsanläufe ergeben.
Der Ölpreisanstieg wirkt als systemischer Kostentreiber entlang der gesamten Lieferkette und erhöht kurzfristig die Ergebnis- und Liquiditätsrisiken. Neben steigenden Kosten führen Unsicherheiten auf zentralen Seewegen zu Verzögerungen und Planungsrisiken entlang der gesamten Lieferkette. Die globale Autoindustrie sieht sich mit steigenden Energiekosten und Lieferkettenstörungen konfrontiert, die bis weit in den Sommer anhalten könnten. Das konkrete Ausmaß der finanziellen und operativen Auswirkungen dieser neuen Eskalation auf die Gruppe ist derzeit nicht verlässlich abschätzbar. Soweit entsprechende Mehrkosten nicht oder nur zeitverzögert weitergegeben werden können, kann dies zu einer Belastung der Ertragslage führen.
Konjunkturabhängigkeit – Gesamtwirtschaftliche Risiken
Als global ausgerichteter Logistikdienstleister ist BLG LOGISTICS wesentlich von der Produktion und den damit verbundenen Warenströmen in der Weltwirtschaft abhängig. Die Abhängigkeit sowohl von der produzierenden Industrie als auch vom Konsumentenverhalten kann als größtes Risiko angesehen werden.
Änderungen in der Gesetzgebung sowie bei Steuern oder Zöllen in einzelnen Ländern können den internationalen Handel ebenfalls stark beeinträchtigen und erhebliche Risiken für BLG LOGISTICS mit sich bringen.
Abhängigkeiten und Wettbewerb
Westeuropa ist der Hauptmarkt für BLG LOGISTICS. Durch die Öffnung Westeuropas zum Osten hin gelangen weiterhin vermehrt osteuropäische Transportkapazitäten in den Hauptmarkt. Dies führt anhaltend zu einem starken Wettbewerb und Preisdruck.
Darüber hinaus besteht eine Abhängigkeit vom Exportvolumen der Automobilindustrie in Europa nach Übersee. Hier haben vor allem die Märkte China, USA, Japan und Korea eine besondere Bedeutung.
Die Betätigung im Bereich der Autoteilelogistik führt weiterhin zu einer Abhängigkeit der deutschen Original Equipment Manufacturer (OEM). Den Anteil der OEM am Umsatz im Gesamtkundenportfolio wird aktiv gesteuert, um Abhängigkeiten zu begrenzen.
Bedrohung von Marktposition und Wettbewerbsvorteilen
Der unverändert starke Wettbewerb mit anderen Häfen im Geschäftsbereich AUTOMOBILE stellt für uns anhaltende Herausforderungen dar. Durch die zunehmende Beteiligung von Reedern an anderen Seehafenterminals kann es durch interne Optimierung der Reeder zu Verlagerungen von Volumina zulasten des Seehafenterminals Bremerhaven kommen. Infolge des Krieges zwischen Russland und der Ukraine ist auch weiterhin zu erwarten, dass für diese Regionen bestimmte Volumina weiter ausfallen. Auch die volatile US-Zollpolitik wirkt sich negativ auf die Volumina aus. Durch die Optimierung von Planungs- und Steuerungstools wird stetig daran gearbeitet, Auslastungsschwankungen besser zu antizipieren.
Für das Stückgutgeschäft und in der Projektlogistik liegen die Risiken wesentlich im hohen Wettbewerbs- und Preisdruck.
Im Geschäftsbereich CONTRACT herrscht auch aufgrund der zurückhaltenden Kundennachfrage eine starker Wettbewerb zwischen den Dienstleistern, der sich auf Margen und Mengen auswirkt.
Die Entwicklung der Umschlagsmengen an den einzelnen Standorten der EUROGATE-Gruppe (Geschäftsbereich CONTAINER) war im Berichtsjahr maßgeblich von den Veränderungen bei den Reedereikonsortien geprägt. Im Zuge dieser Neuordnung konnte die EUROGATE-Gruppe von der Einbindung in die „Gemini Cooperation“ deutlich profitieren.
Ungeachtet dieser positiven Entwicklung ist das Geschäftsmodell der Containerterminals weiterhin in hohem Maße von der Struktur und Stabilität weniger globaler Reedereikonsortien abhängig. Die begrenzte Anzahl maßgeblicher Allianzen führt zu strukturellen Abhängigkeiten von einzelnen Reedereien bzw. Konsortien. Hinzu kommt mittlerweile die mehr und mehr zunehmende vertikale Ausrichtung der Reedereien entlang der gesamten Logistikkette. Künftige Veränderungen in der Zusammensetzung, strategischen Ausrichtung oder Netzplanung der Reedereikonsortien können kurzfristig zu Verlagerungen oder zum Wegfall von Liniendiensten führen und damit negative Auswirkungen auf die Umschlagsmengen, die Auslastung der Terminals sowie die Ertragslage einzelner Standorte und damit auch des Konzerns haben.
Neben den gesamtwirtschaftlichen Trends wirken sich in Bezug auf die künftige Umschlags- und Transportnachfrage und damit verbunden auch auf die Umschlagsmengen der Containerterminals noch weitere Einflüsse bzw. Risiken aus. Hierzu zählen im Wesentlichen folgende Aspekte:
die Inbetriebnahme sowie der zunehmende Automatisierungsgrad vorhandener bzw. neu entstehender Terminalumschlagskapazitäten in der Nordrange und im Ostseeraum,
die Inbetriebnahme zusätzlicher Großcontainerschiffe und die damit verbundenen operativen Herausforderungen bei den Schiffsabfertigungen (Peak-Situationen),
die sich aus den Veränderungen in den Strukturen der Reedereikonsortien (Fusionen bzw. Konsortien-Veränderungen) ergebenden Markt-, Netzwerk- und Prozessveränderungen,
Fusionen und Bildung von Joint Ventures sowie
Preisstrukturen im Markt.
Auf der Kundenseite dominieren derzeit neben der Reederei MSC folgende Groß-Konsortien das Marktgeschehen:
„Gemini Cooperation“ mit den Einzelreedern Maersk und Hapag-Lloyd
„Ocean Alliance“ mit den Einzelreedern CMA CGM, COSCO Shipping, Evergreen und OOCL – sie wurde verlängert und bleibt bis mindestens 2032 aktiv
„Premier Alliance“ mit den Einzelreedern ONE, Yang Ming und HMM
Der Trend der Container-Reedereien zur Indienststellung weiterer Großcontainerschiffe, und zwar mittlerweile von über 24.000 TEU, hält unvermindert an. Angesichts dieses Trends wird auch die Anzahl der Schiffsanläufe von Großcontainerschiffen an den Terminals der EUROGATE-Gruppe weiter zunehmen.
Da die Containerterminals zumindest mittelfristig noch über Kapazitätsreserven verfügen, steigt im Zuge der Konsolidierung die Marktmacht der verbleibenden Konsortien/Reedereien und damit verbunden der Erlösdruck sowie die Notwendigkeit der Identifizierung und Umsetzung weiterer Kostenreduzierungen und Effizienzsteigerungen bei den Containerterminals sowie von Maßnahmen zur Standardisierung und Automatisierung.
Sonstige Risiken
Sonstige Risiken, die die Entwicklung nachhaltig negativ beeinflussen könnten, sind derzeit nicht erkennbar. Bestandsgefährdungspotenziale wie Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit oder sonstige Risiken mit besonderem Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liegen derzeit nicht vor.