Chancen

Geschäftsmodell

BLG LOGISTICS als internationale Gruppe ist mit ihren drei Geschäftsbereichen und den Geschäftsfeldern verschiedensten Entwicklungen auf den unterschiedlichen nationalen und internationalen Märkten unterworfen. Auf der Grundlage der in diesem Bericht beschriebenen Geschäftsentwicklung sowie der Unternehmenslage ergeben sich innerhalb der vorliegenden Rahmenbedingungen verschiedene Potenziale. Von übergeordneter Bedeutung sind hier die Effekte aus einer nachhaltig positiven Entwicklung der Konjunktur. Eine hohe Priorität hat auch die Entwicklung von innovativen Lösungen für die Kunden.

In den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern will BLG LOGISTICS auch in Zukunft die Chancen, die sich eröffnen, optimal nutzen. Basis dafür sind integrierte Dienstleistungen sowie das intermodale Angebot im Geschäftsbereich AUTOMOBILE. Die etablierten Geschäftsmodelle eröffnen im Geschäftsbereich CONTRACT Vertriebs- und Akquisitionsmöglichkeiten. Die einzelnen Geschäftsfelder profitieren vom verstärkten Outsourcing der Kunden, da diese ihre Kostenstrukturen verbessern und flexibler gestalten wollen.

Im Geschäftsbereich CONTAINER wurde im Berichtsjahr aufseiten der Kunden die Umstrukturierung der Reedereikonsortien vollzogen. Diese umfasste insbesondere die Beendigung der „2M“-Allianz der Reedereien Maersk und MSC, das Ausscheiden von Hapag-Lloyd aus „THE Alliance“ sowie die Fortführung der Kooperation der verbleibenden Partner ONE, Yang Ming und HMM unter dem Namen „Premier Alliance“. Darüber hinaus wurde die „Gemini Cooperation“ von Maersk und Hapag-Lloyd etabliert.

Im Zuge dieser Neuordnung konnte der Geschäftsbereich CONTAINER von der Einbindung in die „Gemini Cooperation“ profitieren. Insbesondere an den Standorten Bremerhaven und Wilhelmshaven, die innerhalb der Nordrange eine bedeutende Rolle als Hub-Ports einnehmen, sowie am Standort Hamburg durch die Akquisition zusätzlicher Liniendienste, ergaben sich positive Effekte auf die Umschlagsmengen und die Marktposition des Geschäftsbereich CONTAINER. BLG LOGISTICS sieht hier weitere Chancen die Position als Partner der Gemini Cooperation zu festigen und auszubauen.

Strategische Chancen

BLG LOGISTICS als starker Logistikarchitekt

Kunden und BLG LOGISTICS stehen heute vor riesigen Herausforderungen und Chancen. Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten in allen Bereichen der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig gibt der globale Wettbewerb ein erhöhtes Tempo vor. Immer öfter entscheiden auch logistische Prozesse darüber, wie wettbewerbsfähig Unternehmen sind.

Als „Logistikarchitekt“ planen, konzeptionieren, realisieren und betreiben die Expertenteams von BLG LOGISTICS kundenindividuelle Logistikzentren; die Bandbreite reicht hierbei von klassisch bis hin zu hochautomatisiert.

BLG LOGISTICS verfügt über einen großen Stab an eigenen Fachleuten, die umfassende Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Projekten und Branchen verschiedenster Größen mitbringen. Durch dieses branchenübergreifende Logistik-Know-how konnten bereits herausragende und innovative Konzepte und logistische Großprojekte entwickelt werden. BLG LOGISTICS sieht dies für die Zukunft als starkes Argument für bestehende und neuen Kunden.

Geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Ein Beispiel für die geschäftsbereichsübergreifende Zusammenarbeit ist die Implementierung des Bereichs Combined Performance Support (CPS), der die Expertise der beiden Geschäftsbereiche AUTOMOBILE und CONTRACT vereint. Ziel ist es, wertvolles Know-how zu transferieren, Impulse zu setzen und einen nachhaltigen Mehrwert für die operativen Teams beider Bereiche zu schaffen.

Beide Geschäftsbereiche werden aktiv im Tagesgeschäft unterstützt und es wird eng mit den Operations zusammengearbeitet, um gemeinsame Projekte umzusetzen. Dabei liegt der Fokus auf den Themen Integrated Management Systems, Improvement und Technology. Durch diese Zusammenarbeit wird zur Effizienzsteigerung und Optimierung in beiden Bereichen beigetragen.

Ausbau des Hafens in Bremerhaven

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat im November 2025 beschlossen, den Auf- und Ausbau einer modernen, den neusten Anforderungen gerecht werdenden Hafeninfrastruktur in Bremerhaven mit insgesamt EUR 1,35 Mrd. zu fördern. Für die BLG LOGISTICS ergeben sich aus der stärkeren Bundesunterstützung positive Rahmenbedingungen. Investitionen in Hafen- und Hinterlandinfrastruktur erhöhen die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Standorts, was insbesondere dem Umschlagsvolumen zugutekommt. Verbesserte Kapazitäten und moderne Anlagen stärken die Wettbewerbsposition gegenüber anderen Logistikdienstleistern und erleichtern die Anbindung an integrierte Logistikketten der Reedereien. Als Partner der NATO verfügt die BLG über weitreichende Kompetenzen in der militärischen Logistik, um auch zukünftig die Bündnispartner vollumfänglich unterstützen zu können. Bremerhaven wird damit als Dreh- und Angelpunkt eines tief ins Binnenland reichenden Transportnetzwerks gestärkt. Insgesamt erhöhen sich damit die Standortattraktivität, die Planungssicherheit und die Chancen auf zusätzliche Umschläge und Logistikvolumina.

Eco Power Port Bremerhaven: BLG LOGISTICS und EUROGATE stärken Zusammenarbeit im Bereich Windenergie

Ein Großteil der erneuerbaren Energien wird in Zukunft in den Häfen umgeschlagen und produziert. In Bremerhaven arbeiten BLG LOGISTICS und EUROGATE unter der Marke „Eco Power Port“ zusammen und bündeln ihre Kompetenzen im Bereich Windenergie. Beide Unternehmen blicken auf eine langjährige Expertise im Bereich des Umschlags von Schwergut- und Windenergiekomponenten zurück. Unter der neuen Marke „Eco Power Port“ verfolgen BLG LOGISTICS und EUROGATE einen „One face to the customer“-Ansatz, der den Kunden eine nahtlose und effiziente Betreuung garantiert. Durch die gemeinsame Nutzung von Flächen auf dem Containerterminal sowie perspektivisch im Bereich Südhafen „Roter Sand“ werden Synergien geschaffen, die sowohl den Kunden als auch der gesamten Windenergiebranche zugutekommen. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Dienstleistungen zu erweitern und die Bedürfnisse der Kunden noch besser zu erfüllen.

Neues Inlandterminal in Ahlhorn

Seit dem 1. Juli ist das Kundengeschäft am Standort gestartet. Aktuell arbeiten 22 Mitarbeitende gemeinsam mit einem BLG-Projektteam am weiteren Ausbau des Terminals. Bis Ende 2026 entsteht in Ahlhorn ein vollumfänglicher Inlandterminal mit Lagerkapazitäten für bis zu 16.000 Fahrzeuge auf rund 35 Hektar. Bereits im ersten Quartal 2026 wird eine temporäre Technikhalle zur Verfügung stehen, um das Angebot technischer Dienstleistungen zu erweitern. Der Ausbau soll Ende 2026 abgeschlossen sein und dann integrierte Logistiklösungen sowie zusätzliche technische Services umfassen.

Mission Klima

Das Thema Klimaschutz steht weiterhin oben auf der Agenda. In Deutschland gilt das 2021 von der Bundesregierung ausgegebene Ziel der Klimaneutralität bis 2045. BLG LOGISTICS will als Logistikunternehmen einen Beitrag leisten – und gleichzeitig die Kunden beim Verbessern ihrer eigenen Bilanz unterstützen.

BLG LOGISTICS reduziert die absoluten CO2e-Emissionen innerhalb des Unternehmens (Scope 1+2) um 50,4 Prozent und solche in der Lieferkette (Scope 3) um 30 Prozent. Durch eine konsequente Klimaschutzstrategie mit dem Fokus auf die absolute Reduktion von Treibhausgasemissionen positioniert sich BLG LOGISTICS als zuverlässiger Partner für die Kunden und stärkt die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Die aktive Klimaschutzstrategie zahlt mit konkreten Reduktionsmaßnahmen auf eine Dekarbonisierung und die Erreichung des 1,5 Grad Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens ein.

Chancen aus Digitalisierung und Automatisierung

Technologien bieten BLG LOGISTICS erhebliche Potenziale zur Optimierung von Prozessen, Steigerung der Effizienz und Reduzierung von Kosten. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt ermöglichen sie, Abläufe zu modernisieren und uns besser auf die Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft einzustellen. BLG LOGISTICS startet hierbei über ein MVP – also Minimal Viable Product – oder ein Proof of Concept, mit dem BLG LOGISTICS sehr schnell in der Umsetzung ist. Gemeinschaftlich arbeiten zentrale IT- und Fachbereiche daran, ganzheitliche und optimierte Lösungen zu schaffen. Voraussetzung dafür ist eine End-to-End-Prozessbetrachtung, wobei die gemeinsame Konzeption abschnittsweise und zeitnah, im Sinne eines agilen Vorgehens getestet wird.

BLG LOGISTICS will die Vielzahl von Chancen nutzen, die die Digitalisierung bietet, insbesondere durch die Vernetzung von Systemen und Prozessen. Durch den Einsatz von modernen Softwarelösungen wie Transportmanagement-Systemen (TMS), Warehouse-Management-Systemen (WMS) und Enterprise Resource Planning (ERP) kann die gesamte Lieferketten effizienter gestaltet werden.

Automatisierung ist für uns ein weiterer Schlüssel zur Zukunft der Logistikbranche, da Prozesse erheblich beschleunigt und Fehlerquellen minimiert werden können. Gleichzeitig wird durch die Automatisierung die Flexibilität erhöht, da sich die Systeme schnell an wechselnde Anforderungen und Auftragsvolumina anpassen können.

Die Kombination von Digitalisierung und Automatisierung schafft enorme Synergien. Intelligente Systeme, die Daten in Echtzeit sammeln, analysieren und auswerten, ermöglichen eine vorausschauende Wartung von Maschinen und Fahrzeugen, was die Ausfallzeiten reduziert und die Lebensdauer der eingesetzten Geräte verlängert und damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Logistik leistet.

Internationalisierung: Expansionspotenziale in Osteuropa

Die Internationalisierung stellt für BLG LOGISTICS eine bedeutende Möglichkeit dar, Märkte zu erweitern, neue Wachstumschancen zu erschließen und sich global stärker zu positionieren. Besonders vielversprechende Märkte für die Expansion sind Ungarn, die Türkei und Polen. Osteuropa ist eine Wachstumsregion, insbesondere durch den Ausbau der Automobilproduktion. BLG LOGISTICS arbeitet bereits mit bestehenden Kunden, insbesondere aus der Automobilindustrie, die in diese Regionen expandieren, zusammen und kann auf diesen Beziehungen aufbauen. Das schafft Synergien und erleichtert uns den Einstieg. Ziel ist es, ein breites Portfolio an Dienstleistungen anzubieten, um flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können.

BLG LOGISTICS sieht zudem gute Wachstumschancen in der Türkei: Ende 2024 wurde ein Kooperationsvertrag mit einem türkischen Partner unterzeichnet. Die strategische Lage der Türkei, die Kontinentaleuropa mit dem Nahen Osten und Asien verbindet, macht sie zu einem idealen Verkehrszentrum und zu einer Logistikdrehscheibe.

„Damietta Alliance“ entwickelt und betreibt neues Containerterminal in Damietta, Ägypten

Im Hafen von Damietta/Ägypten wurde ein neues Containerterminal gebaut und der erste Abschnitt im Februar 2026 in Betrieb genommen. Zu diesem Zweck wurde ein Joint Venture gegründet, um das neue „Terminal 2“ im Hafen zu entwickeln und zu betreiben. Das Joint Venture „Damietta Alliance Container Terminal S.A.E.“ besteht aus drei Hauptgesellschaftern, der Hapag-Lloyd Damietta GmbH (39 Prozent), der Eurogate Damietta GmbH (29,96 Prozent) und Contship Damietta S.p.A. (29,96 Prozent), und zwei weiteren Gesellschaftern.

Das neue Terminal 2 im Hafen von Damietta wird eine Gesamtkapazität von 3,3 Mio. TEU haben und als strategischer Umschlagplatz von Hapag-Lloyd im östlichen Mittelmeerraum dienen.

Im Juni 2025 wurden die letzten fünf Containerbrücken für den Damietta Alliance Containerterminal angeliefert. Die Containerbrücken haben eine wasserseitige Auslage von 72m und können somit 25 Reihen an Deck bearbeiten. Die Hubhöhe unter Spreader/über Kai beträgt 57,5m. Der Terminal erstreckt sich über eine Fläche von etwa 93 Hektar und verfügt über eine Kailänge von 1.670 Metern mit einer Wassertiefe von 18 Metern. Bis zum Betriebsbeginn im Februar 2026 wurden zwölf Containerbrücken, 40 hybride gummibereifte Portalkrane und gut 100 Truck/Trailer in Damietta in Betrieb genommen. Mit der Einweisung und dem Training der ägyptischen Kollegen wurde bereits im ersten Halbjahr 2025 gestartet.

Die Konzession für den Betrieb der Anlage wird dem Joint Venture für 30 Jahre erteilt. Dies gibt EUROGATE, den Joint-Venture-Partnern und den jeweiligen Kundinnen und Kunden eine langfristige Perspektive im Hafen von Damietta.

Westerweiterung Container Terminal Hamburg

Die EUROGATE Container Terminal Hamburg GmbH (CTH) hat den Projekt- und Mietvertrag zur Realisierung der Westerweiterung des EUROGATE Container Terminals Hamburg unterzeichnet. Im Projektvertrag werden die gemeinsame Umsetzung der Westerweiterung und die damit verbundenen Rahmenbedingungen zwischen EUROKAI, der CTH und der Hamburg Port Authority (HPA) geregelt. Wesentliche Bestandteile des Projekts sind für den Hamburger Hafen die Erweiterung des Drehkreises vor dem Waltershofer Hafenbecken von aktuell 480 auf 600 Meter sowie darüber hinaus für EUROKAI und EUROGATE die Gewinnung von rund 38 Hektar zusätzlicher Terminalfläche und die Herstellung zweier neuer Großschiffsliegeplätze im Bereich des Bubendey-Ufers und des Predöhlkais.

EUROGATE wird die Flächen nach Fertigstellung mieten und mindestens EUR 700 Mio. in die Modernisierung und den Terminalausbau investieren. Durch die vollständige Elektrifizierung der Umschlagsgeräte sollen die Produktivität gesteigert und die Dekarbonisierung vorangetrieben werden. Suprastrukturen, Großgeräte und die IT-Infrastruktur werden, beginnend auf dem Bestandsterminal, auf ein automatisiertes Umschlagssystem für den gesamten Terminal inklusive der neuen Flächen ausgelegt.

Die EU-Kommission muss der Westerweiterung noch zustimmen.

Die Baumaßnahmen durch die HPA dauern bis zu einer Flächenübergabemöglichkeit an EUROGATE nach derzeitigem Zeitplan voraussichtlich sechs Jahre, sodass aus heutiger Sicht – selbst bei noch abzusichernder Finanzierung – frühestens ab 2035 mit der Herstellung der terminalbezogenen Suprastruktur begonnen werden könnte. Demzufolge dürfte die Inbetriebnahme des gesamten Areals nicht vor 2036 erfolgen können.

EUROGATE und CMA Terminals SA, Marseille, Frankreich (CMAT), ein Tochterunternehmen der CMA CGM SA, Marseille, Frankreich, haben sich im vierten Quartal 2025 mit der Unterzeichnung eines Term-Sheets auf die Eckpunkte einer strategischen Partnerschaft, unter anderem in Form einer 20-Prozentigen-Beteiligung von CMAT an CTH, verständigt. EUROGATE verbindet mit dem Zustandekommen dieser Partnerschaft eine stärkere Kundenbindung von CMA CGM als starkem Partner mit einem hohen Containerumschlagvolumen. Gleichfalls sprechen beide Parteien über gemeinsame Investitionen, die die Finanzierung der geplanten Westerweiterung des CTH wesentlich unterstützen.

Die rechtlichen Details dieser Partnerschaft sowie die entsprechenden rechtsverbindlichen Verträge sind derzeit Gegenstand weiterer Verhandlungen.

CO₂-Äquivalente (CO₂e)
Maß zur Vereinheitlichung der Treibhauswirkung unterschiedlicher Treibhausgase. Die Referenzgröße ist Kohlendioxid CO2. In der DIN 16258:2013-03 werden berücksichtigt: CO2, CH4, N2O, HFC, PFC und SF6. Diese sechs Gase werden auch im Anhang A des Kyoto-Protokolls zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen aufgeführt. In GEMIS werden berücksichtigt: CO2, CH4, N2O, C6F14 und C2F6.
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Joint Venture
Rechtlich und organisatorisch selbstständiges Unternehmen, das von mindestens zwei unabhängigen Partnern gemeinsam gegründet oder erworben wird.
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TEU
Twenty Foot Container Equivalent Unit. Standardisierte Containereinheit mit 20 Fuß Länge (1 Fuß = 30 cm).
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