Wirtschafts­bericht

Allgemeine Rahmenbedingungen

Geringe konjunkturelle Dynamik

Aufgrund der stark angestiegenen Inflation und der entsprechend deutlichen geldpolitischen Reaktionen war zum Jahreswechsel 2022/2023 die Unsicherheit groß und es wurde verbreitet mit einer ausgeprägten Abschwächung der weltwirtschaftlichen Aktivität gerechnet.

Letztendlich entwickelte sich die Weltkonjunktur besser als erwartet, auch wenn es zu keiner nennenswerten konjunkturellen Belebung kam und die hohe Inflation nur sukzessive wieder zurückging.

Die gesamtwirtschaftliche Produktion in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften legte im Verlauf des Jahres 2023 moderat zu. Besonders robust zeigte sich hierbei die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten. Diese wurde durch eine expansive Finanzpolitik gestützt – bei hohen Zinsanstiegen durch die Notenbank.

Deutlich schwächer hingegen entwickelte sich die gesamtwirtschaftliche Produktion in Europa. Sowohl in der Europäischen Union als auch im Vereinigten Königreich wurde kaum mehr als Stagnation erreicht.

Die chinesische Wirtschaft wird 2023 wohl das Wachstumsziel der Regierung von 5 Prozent überschreiten, allerdings liegt das Expansionsniveau im historischen Vergleich im geringeren Bereich. Die Wirtschaft in Indien hingegen expandierte sehr deutlich.

Deutsches BIP sinkt 2023 um rund 0,3 Prozent

Veränderung des realen BIP gegenüber den Vorjahren

Deutsches BIP sinkt 2023 um rund 0,3 Prozent (Balkendiagramm)

Insgesamt ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent zurückgegangen.

Ursache hierfür waren insbesondere eine schwache Auslandsnachfrage und hohe Energiekosten, die die Industrie und die Exporte belasteten. Die für Deutschland wichtige Automobilindustrie hatte mit anhaltender Nachfrageschwäche zu kämpfen. Des Weiteren kam es aufgrund der gestiegenen Finanzierungskosten zu weniger Investitionen (insbesondere im Wohnungsbau) und die privaten Haushalte waren mit ihren Konsumausgaben vorsichtiger und hielten sich zurück.

Im Jahresverlauf 2023 beruhigten sich die zu Jahresbeginn hohen Inflationsraten. Insbesondere die Energiepreise gingen spürbar zurück und die Teuerungsrate bei Lebensmitteln hat sich zuletzt verlangsamt.

Durch Inflationsausgleichsprämien und neue Tarifabschlüsse stiegen die Tarifverdienste im Jahr 2023 deutlich an. Insgesamt zeigten sich am Arbeitsmarkt aber die Spuren der Konjunkturschwäche und seit dem Sommer stagniert die Anzahl der Erwerbstätigen.

Quellen dieses Abschnitts:
Deutsche Bundesbank, Monatsbericht Januar sowie Februar 2024 IfW Kiel, Kieler Konjunkturberichte, Nr. 109+110 (2023|Q4) IMK, IMK Report Nr. 186, Dezember 2023

Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Anforderungen an die Logistik verändern sich mit zunehmender Geschwindigkeit. Anhaltende Globalisierung, kürzere Produktlebenszyklen, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Urbanisierung sind Treiber dieser Veränderungen. Die Branche profitiert dabei weiterhin von der steigenden Nachfrage nach Logistikdienstleistungen, die durch das wachsende E-Commerce-Geschäft sowie die Retourenbearbeitung im Business-to-Consumer-Geschäft zusätzlich verstärkt wird. Herausforderungen bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem anhaltenden Margendruck, mit der demografischen Entwicklung und dem sich weiter verstärkenden Wettbewerb um Fach-, Führungs- und Nachwuchskräfte. Hinzu kommen die weiter steigende Bedeutung des Onlinehandels, hohe Kundenanforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit, Flexibilität und Qualität der Belieferung sowie ein steigendes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Personaldefizite gibt es in der Branche derzeit insbesondere bei Lagerarbeitern, Kraftfahrern, Lokführern und IT-Managern.

Zusätzlich werden von den Logistikunternehmen im Rahmen von Outsourcingaktivitäten hohe Investitionsbereitschaft und Innovationskraft erwartet. Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt dabei in Umschlags-, Distributions- und Kommissionierungszentren in verkehrsgünstigen Lagen. Verträge mit Kunden werden regelmäßig nur mit Laufzeiten über wenige Jahren geschlossen und häufig werden die Flächen und Umschlagsgeräte gemietet oder geleast.

Aufgrund steigender Kundenanforderungen hat sich auch der Einsatz von durchgängigen Informations- und Kommunikationstechniken entlang der Prozessketten deutlich ausgeweitet. Logistikdienstleister müssen sich verstärkt an Veränderungen, wie den steigenden Einfluss durch die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung der Prozessketten, anpassen.

Die Logistikbranche in Deutschland ist der größte Wirtschaftsbereich nach der Automobilindustrie und dem Handel. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Logistikstandort Deutschland einen großen Anteil seiner Wirtschaftsleistung in Industrie und Handel erbringt. Weitere Ursachen sind der traditionell hohe Exportanteil, die zentrale Lage in Europa und die daraus abgeleitete Drehscheibenfunktion.

Das Geschäftsjahr 2023 war – wie die Vorjahre – erneut ein herausforderndes Jahr für die Logistikwirtschaft. Für ein schwieriges Geschäftsumfeld sorgten vor allem die Kriege und Krisen in der Welt, die hohe Inflation und das rückläufige Transportvolumen.

Die globale Wirtschaft basiert auf eng getakteten und verwobenen Logisitikketten rund um den Globus. Dieses weltumspannende Netz aus Lieferketten ist sehr fragil und wurde schon mit COVID-19 auf eine harte Probe gestellt. Analog dem Wirtschaftsgeschehen platzierte sich der Indikatorwert des SCI Logistikindex zum Jahresende 2023 nur leicht über dem Jahresendwert von 2022 und weiterhin deutlich im negativen Bereich.

Die Entwicklung im Jahresverlauf war sehr volatil und maßgeblich beeinflusst von der Unsicherheit in der Logistikbranche aufgrund der oben genannten Indikatoren. Einzig im Februar und April konnte der Indikatorwert in den positiven Bereich wechseln.

Zum Ende des Jahres 2023 bewertet ein Großteil von 46 Prozent der Befragten die Geschäftslage als „schlecht“, 34 Prozent bewerten sie als „normal“ und immerhin 20 Prozent als „gut“. Neben den globalen Krisen sind insbesondere die immer weiter steigenden Kosten und der immer größer werdende Personalmangel wesentliche Faktoren für die Einschätzung.

Auch wenn sich die Erwartungen innerhalb des BVL-Logistik-Indikators im vierten Quartal leicht verbesserten, entwickelte er sich 2023 insgesamt erneut negativ (vgl. auch Grafik im Prognosebericht) und das Geschäftsklima blieb auch zum Jahresende weit unter seinen Möglichkeiten. Viele der befragten Unternehmen melden in der Befragung über das vierte Quartal 2023 eine rückläufige Nachfrage und sinkende Auftragsbestände sowie restriktive Personalpläne. Auch hier wirken sich wirtschaftspolitische Unsicherheiten sowie die Investitionszurückhaltung der Unternehmen und die Nachfragezurückhaltung der privaten Haushalte aus.

Quellen dieses Abschnitts:
BVL-Logistik-Indikator 4. Quartal 2023, inkl. Kommentierung SCI Verkehr, SCI Logistikbarometer, Dezember 2023

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage

Aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine und der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China sowie bedingt durch die hohen Energiepreise zu Jahresbeginn ist BLG LOGISTICS von einem erneut herausfordernden Jahr 2023 ausgegangen. Die weltwirtschaftlichen und geopolitischen Einflüsse im Berichtsjahr haben diese Erwartung bestätigt. Multiple Krisenherde beherrschen die weltpolitische Tagesordnung.

Der Krieg in der Ukraine, Energiekosten, Inflation, Fachkräftemangel, Klimawandel und der andauernde Nahost-Konflikt – diese Multi-Krisen haben zu einem sehr herausfordernden Geschäftsumfeld geführt.

Dennoch hat BLG LOGISTICS das Geschäftsjahr 2023 deutlich besser als erwartet abschließen können. Das ist angesichts der Vielzahl an Krisen und Herausforderungen erneut eine respektable Leistung. Wir wissen aber auch – und bereiten uns sehr intensiv darauf vor –, dass die wirtschaftlichen Unsicherheiten anhalten oder zunehmen werden.

Die Situation im Geschäftsbereich AUTOMOBILE hat sich trotz immer wieder auftretender Störungen in den Lieferketten und trotz Nachfragezurückhaltung insgesamt gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich verbessert. Die Gründe dafür sind unter anderem:

  • gute Auslastung und Produktivität in den Inlandterminals und hier insbesondere im Fahrzeugumschlag und den technischen Dienstleistungen führten zu verbesserten Ergebnisbeiträgen;
  • allgemein verlagern Automobilhersteller zunehmend mehr Tätigkeiten auf (Logistik-)Dienstleister;
  • trotz teilweise starker Beeinträchtigungen der Infrastruktur (Baustellen, Sperrungen usw.) wurden mehr Autos auf der Straße und Schiene transportiert und BLG LOGISTICS hat mehr Kurzstreckenverkehre durchgeführt. In diesem Bereich kommt es auch aufgrund von einem Mangel an Lkw-Fahrern und Lokführern immer wieder zu Engpässen auf dem Markt.

Der Geschäftsbereich CONTRACT ist mittlerweile an über 40 Standorten in ganz Deutschland und der Welt tätig. Bislang untergliederte sich die Kontraktlogistik in die Geschäftsfelder Industrielogistik und Handelslogistik. Seit der organisatorischen Neuaufstellung zu Jahresbeginn werden Standorte und Länder in einer Regionalstruktur geführt.

Insbesondere Konsumgüter und Dienstleistungen im Bereich E-Commerce waren erneut gefragt. Insgesamt liegt der Geschäftsbereich CONTRACT im Geschäftsjahr 2023 im Rahmen der Erwartungen. Teilweise starke Rückgänge der Menge an einzelnen Standorten konnten im Berichtsjahr durch höhere Volumina und Produktivitäten sowie durch Zusatzgeschäfte an anderen Standorten kompensiert werden. Zusätzlich wirkten sich der Rückgang der Inflation und insbesondere der Energiepreise im Jahresverlauf positiv aus.

Die schwierige konjunkturelle Lage war im Geschäftsjahr 2023 besonders im Geschäftsbereich CONTAINER zu spüren. An den inländischen Containerterminals der EUROGATE-Gruppe wurden im Berichtsjahr insgesamt deutlich weniger Container umgeschlagen als erwartet. Auch die Lagergelder, die im Vorjahr aufgrund der aus dem Takt geratenen Fahrpläne der Reeder deutlich erhöht waren, gingen früher als erwartet zurück.

Durch Sondereffekte aus nicht mehr benötigter Risikovorsorge und den rückläufigen Energiepreisen konnte etwas Kompensation erzielt werden und so wurden die Ergebniserwartungen im Geschäftsbereich CONTAINER nur leicht unterschritten.

Die strukturellen und dauerhaften Veränderungen in der Containerbranche setzten sich auch im Berichtsjahr fort. Der Wettbewerb um Containermengen wird ständig härter. Die stringente Umsetzung der Transformationsmaßnahmen ist für eine stabile Zukunft von EUROGATE weiter unabdingbar.

Der Trend der Containerreedereien zur Indienststellung weiterer Großcontainerschiffe hält unvermindert an. Angesichts dieses Trends wird auch die Anzahl der Schiffsanläufe von Großcontainerschiffen an den Terminals der EUROGATE-Gruppe perspektivisch weiter zunehmen.

Insgesamt hat BLG LOGISTICS aufgrund ihrer Diversifizierung auch 2023 die gebotenen Chancen genutzt und viele Veränderungen angestoßen, die uns – auch in Zeiten von Multi-Krisen – robust, anpassungsfähig und zukunftsfit machen.

Trotzdem sieht sich BLG LOGISTICS weiterhin einem volatilen Marktumfeld ausgesetzt. Um diesen Aufgaben zu begegnen, gehen wir Themen wie Flexibilität, Digitalisierung/Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Nachhaltigkeit weiter mit voller Kraft an und arbeiten intensiv daran, die wirtschaftliche Lage von BLG LOGISTICS stetig zu verbessern.

Diese Einschätzung beruht auf den Ergebnissen des Gruppenabschlusses 2023 und berücksichtigt den Geschäftsverlauf bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Gruppenlageberichts in 2024. Die Geschäftsentwicklung zu Beginn des Jahres 2024 lag im Rahmen der Erwartungen.

Geschäftsverlauf

Ertragslage

Umsatzentwicklung

(in TEUR)

Ertragslage (Säulendiagramm)

Im Geschäftsjahr 2023 ist der Gruppenumsatz gegenüber dem Vorjahr um TEUR 91.055 auf TEUR 1.210.035 gestiegen. Hierbei sind insbesondere die Umsätze im Geschäftsbereich AUTOMOBILE deutlich um TEUR 62.115 auf TEUR 641.883 gewachsen. Das Umsatzwachstum ist hier im Wesentlichen auf höhere Erlöse im Transportbereich sowie auf Lagergelder zurückzuführen. Auch wirkten sich notwendige Preisanpassungen aufgrund gestiegener Kosten auf den Umsatz aus.

Umsatzerlöse nach Segmenten

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

AUTOMOBILE

 

641.883

 

579.768

 

62.115

 

10,7

CONTRACT

 

569.143

 

548.192

 

20.951

 

3,8

CONTAINER

 

301.914

 

345.098

 

-43.184

 

-12,5

Überleitung1

 

-302.905

 

-354.078

 

51.173

 

14,5

Gruppe gesamt

 

1.210.035

 

1.118.980

 

91.055

 

8,1

1

Die hier und in den folgenden Tabellen dargestellte Zeile „Überleitung“ beinhaltet auch die Rücknahme des Geschäftsbereichs CONTAINER (aufgrund at Equity-Bewertung) sowie die Zahlen der Zentralbereiche (Services).

Kennzahlen zur Ertragslage

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

Umsatzerlöse

 

1.210.035

 

1.118.980

 

91.055

 

8,1

Sonstige Erträge

 

48.938

 

53.868

 

-4.930

 

-9,2

Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen1

 

21.374

 

75.596

 

-54.222

 

-71,7

Materialaufwand

 

-503.185

 

-462.018

 

-41.167

 

-8,9

Personalaufwand

 

-492.174

 

-475.075

 

-17.099

 

-3,6

Sonstige Aufwendungen

 

-154.237

 

-159.770

 

5.533

 

3,5

Abschreibungen

 

-84.559

 

-86.999

 

2.440

 

2,8

EBIT

 

46.192

 

64.582

 

-18.390

 

-28,5

Finanzergebnis

 

-10.097

 

-8.860

 

-1.237

 

-14,0

EBT

 

36.095

 

55.722

 

-19.627

 

-35,2

EBT-Marge (in %)

 

3,0

 

5,0

 

-2,0

 

-40,2

Gruppenjahresüberschuss

 

33.430

 

51.606

 

-18.176

 

-35,2

1

Aufgrund des wesentlichen Beitrags des Geschäftsbereichs CONTAINER werden die Beteiligungserträge im EBIT ausgewiesen.

Die Umsatzerlöse des Neustädter Hafens in Bremen werden – wie die gesamte Gesellschaft BLG Cargo Logistics GmbH – seit dem Berichtsjahr im Geschäftsbereich CONTRACT ausgewiesen. Dadurch werden geringere Umsätze im Bereich der Autoteilelogistik aufgrund von Volumina unter den Erwartungen – insbesondere am Standort Bremen – geschäftsbereichsübergreifend überkompensiert.

Im Geschäftsbereich CONTAINER ist das Umschlagsvolumen (in TEU) aufgrund der konjunkturell schwachen Phase im Geschäftsjahr 2023 insgesamt um 5,1 Prozent zurückgegangen. Des Weiteren ist der deutliche Rückgang der Umsatzerlöse um TEUR 43.184 maßgeblich bedingt durch den erwartungsgemäßen Rückgang der Lagergeld- und Reefer-Erlöse. Da die EUROGATE-Gruppe, die den Geschäftsbereich CONTAINER repräsentiert, nach der Equity-Methode in den Gruppenabschluss einbezogen wird, sind diese Umsätze nicht im ausgewiesenen Gruppenumsatz enthalten.

Die sonstigen Erträge bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr und sind nur geringfügig (TEUR 4.930) zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr reduzierten sich die periodenfremden Erträge um TEUR 2.654 und die Erträge aus der Weiterbelastung von Aufwendungen um TEUR 1.478. Gegenläufig sind die übrigen sonstigen Erträge durch diverse Einzelsachverhalte um TEUR 273 angestiegen.

Das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 21.374 (Vorjahr: TEUR 75.596) beinhaltet mit TEUR 18.202 (Vorjahr: 76.705) zu einem wesentlichen Teil das Beteiligungsergebnis aus der Bewertung nach der At-Equity-Methode der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG (EUROGATE). Bezüglich des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr wird auf die u.g. Ausführungen zum Geschäftsbereich CONTAINER verwiesen.

Der Materialaufwand ist mit 8,9 Prozent etwas stärker gestiegen als die Umsatzerlöse (8,1 Prozent). Dies ist insbesondere auf die im Umfeld enger Marktkapazitäten stark angestiegenen Kosten für Subunternehmer im Bereich Autotransporte auf der Straße und auf der Schiene zurückzuführen. Die Weitergabe der erhöhten Kosten an die Kunden erfolgt zeitverzögert. Gegenläufig gingen die Aufwendungen für Fremdpersonal um 11,2 Prozent zurück. Grund ist hier insbesondere ein geringerer Bedarf zum Ausgleich von Beschäftigungsspitzen im Bereich der Industrielogistik.

Der Personalaufwand ist im Berichtsjahr deutlich auf TEUR 492.174 (Vorjahr: TEUR 475.075) angestiegen. Bei relativ konstanter Anzahl der Mitarbeitenden resultiert die Erhöhung damit im Wesentlichen auf neuen Tarifabschlüssen und damit einhergehenden höheren Grundvergütungen der Beschäftigten.

Die sonstigen Aufwendungen sind im Berichtsjahr um TEUR 5.533 gesunken, was insbesondere auf geringere Sondereffekte (Aufwendungen für Drohverluste und Infrastrukturmaßnahmen) zurückzuführen ist. Neben den allgemeinen Kostensteigerungen aufgrund der hohen Inflation erhöhten sich gegenläufig im Berichtsjahr insbesondere Aufwendungen für IT und Beratungskosten aufgrund von Großprojekten. Des Weiteren stiegen die Aufwendungen aus Schadenfällen um TEUR 2.818 an. Dieser Anstieg ist insbesondere begründet durch eine fehlerhafte Wärmebehandlung und von uns durchzuführende, notwendige Nachbehandlung von Fahrzeugen.

Die Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 2.440 gesunken. Die laufenden Abschreibungen sind gegenüber dem Vorjahr leicht (TEUR -997) zurückgegangen. Die ebenfalls leicht zurückgegangenen (TEUR -1.442) außerplanmäßigen Wertminderungen in Höhe von TEUR 6.393 entfallen in Höhe von TEUR 5.198 auf Wertminderungen von Gebäuden und in Höhe von TEUR 1.195 auf ein operatives Steuerungstool, dessen Entwicklung eingestellt worden ist.

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.237 auf TEUR -10.097 verbessert. Höhere Zinsaufwendungen für langfristige Darlehen – aufgrund des angestiegenen allgemeinen Zinsniveaus – wurden durch Zinserträge für Guthaben und hier insbesondere durch höhere Zinserträge aus Leasingverträgen mit Kunden überkompensiert.

EBIT nach Segmenten

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

AUTOMOBILE

 

46.199

 

-2.293

 

48.492

 

2.114,8

CONTRACT

 

8.864

 

12.415

 

-3.551

 

-28,6

CONTAINER

 

27.431

 

90.560

 

-63.129

 

-69,7

Überleitung

 

-36.302

 

-36.100

 

-202

 

-0,6

Gruppe gesamt

 

46.192

 

64.582

 

-18.390

 

-28,5

EBT nach Segmenten

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

AUTOMOBILE

 

36.182

 

-11.696

 

47.878

 

409,4

CONTRACT

 

9.422

 

11.256

 

-1.834

 

-16,3

CONTAINER

 

18.528

 

80.030

 

-61.502

 

-76,8

Überleitung

 

-28.037

 

-23.868

 

-4.169

 

-17,5

Gruppe gesamt

 

36.095

 

55.722

 

-19.627

 

-35,2

Das Ergebnis (EBT) konnte im Geschäftsbereich AUTOMOBILE deutlich verbessert werden. Insgesamt reduzierte sich das EBT der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 19.627. Dies ist im Wesentlichen begründet durch das geringere Beteiligungsergebnis des Geschäftsbereichs CONTAINER. Hier ist die deutliche Abweichung zum Vorjahr auch dadurch begründet, dass im Vorjahresergebnis eine Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von (anteilig) EUR 35,4 Mio., die die Wertaufholung des At-Equity-Ansatzes der EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven GmbH & Co. KG. betraf, ausgewiesen ist. Das EBIT sank entsprechend gegenüber dem Vorjahr um TEUR 18.390 auf TEUR 46.192. Die EBT-Marge im Geschäftsjahr 2023 liegt somit bei 3,0 Prozent (Vorjahr: 5,0 Prozent). Die Ertragsteuern beliefen sich im Berichtsjahr auf TEUR 2.665 (Vorjahr: TEUR 4.116). Der Rückgang ist insbesondere begründet durch geringere Aufwendungen für Vorperioden (TEUR -3.083) und höhere Erträge aus Steuererstattungen (TEUR -269). Gegenläufig sanken die Erträge aus laufenden Steuern um TEUR 583 an.

Aufgrund der zuvor beschriebenen Entwicklungen ist das Gruppenperiodenergebnis um TEUR 18.176 auf TEUR 33.430 gesunken.

Geschäftsbereich AUTOMOBILE

5,0 Mio.

Fahrzeuge

haben wir im Jahr 2023 umgeschlagen, transportiert oder technisch bearbeitet.

Der Geschäftsbereich AUTOMOBILE ist ein führender Technik- und Logistikdienstleister für die internationale Automobilindustrie. Das Unternehmen setzt in diesem Bereich weltumspannend multimodale Verkehrsträger für die Logistik ein und verknüpft individuelle und innovative technische Dienstleistungen miteinander.

Fahrzeughandling

(in Mio.)

Fahrzeughandling (in Mio.) (Säulendiagramm)

Entlang der globalen Wertschöpfungsketten der Automobilindustrie nahmen im Geschäftsjahr 2023, wie oben bereits beschrieben, verschiedene Faktoren Einfluss auf die Entwicklungen im Geschäftsbereich AUTOMOBILE. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen konnte das Volumen der umgeschlagenen, transportierten und technisch bearbeiteten Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. auf 5,0 Mio. Fahrzeuge gesteigert werden.

TEUR

 

2023

 

2022

Umsatzerlöse

 

641.883

 

579.768

EBIT

 

46.199

 

-2.293

EBT

 

36.182

 

-11.696

EBT-Marge (in %)

 

5,6

 

-2,0

Im Geschäftsfeld Seehafenterminals sank das Umschlagsvolumen im Geschäftsjahr 2023 noch etwas unter das anhaltend niedrige Niveau der Vorjahre. Das Autoterminal in Bremerhaven schlug mit 1,5 Mio. Fahrzeugen – bedingt insbesondere durch die konjunkturelle Lage – etwas weniger als im Vorjahr um. Positiv wirkten sich insbesondere Sondergeschäfte, zusätzliche Lagererlöse und technische Dienstleistungen aus. Am AutoTerminal Cuxhaven sind die Volumina nahezu identisch geblieben. Nicht ausreichende Produktivitäten und insbesondere zu Jahresbeginn noch hohe Energiepreise übten zudem Druck auf die Ergebnislage aus. Durch einzelne Spotgeschäfte wurde hier entsprechend gegengesteuert. Am Terminal in Cuxhaven konnten fest vermietete Flächen und Sonderaufträge für positive Ergebnisbeiträge sorgen.

Im Bereich High&Heavy lag das Umschlagsvolumen etwas über dem Vorjahresniveau und konnte um 0,2 Mio. t auf 1,3 Mio. t gesteigert werden. Trotz der unsicheren geopolitischen Lage und der Zurückhaltung bei Investitionen wirkten sich Sondergeschäfte und Spezialaufträge positiv aus. Insgesamt konnte das Geschäftsfeld über den Erwartungen das Geschäftsjahr 2023 beenden.

Das Geschäftsfeld Inlandterminals konnte das Fahrzeug-handling im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 22 Prozent steigern und an den meisten Standorten (Kelheim, Dodendorf, Duisburg und Hamburg) die Erwartungen übertreffen. Begründet war dies insbesondere durch hohe Volumina unserer Kunden, Spotgeschäfte, eine hohe Platzauslastung sowie einen hohen Grad zusätzlicher Wertschöpfung durch technische Dienstleistungen. Des Weiteren wurden die Ergebnisse durch die wieder sinkenden Energiepreise positiv beeinflusst. Dadurch ist es dem Geschäftsfeld gelungen, das Geschäftsjahr 2023 deutlich über den ursprünglichen Planungen abzuschließen.

Auch im Geschäftsfeld AutoTransporte konnten im Berichtsjahr hohe Volumina über den Erwartungen transportiert werden. Die aufgrund enger Marktkapazitäten immer weiter steigenden Vergütungen für Subunternehmer konnten durch Spotverkehre zu auskömmlichen Raten kompensiert werden. Auch auf dem Wasser konnten mit den auf Binnenschiffen transportierten Fahrzeugen hohe Volumina erzielt werden, sodass das Geschäftsfeld insgesamt deutlich über den Erwartungen abschließt.

Das Geschäftsfeld Schiene sah sich dagegen erneut mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Mangelnde Trassenverfügbarkeiten aufgrund von Baustellen, Instandhaltungskosten, Fachkräftemangel bei Lokführer:innen und zwischenzeitlich hohe Abwesenheitsquoten wirkten sich signifikant auf Produktivität und Ergebnis aus. Des Weiteren sorgten Engpässe bei der Verfügbarkeit der für die Produktion der Automobilhersteller benötigten Teile für Auswirkungen auf die Volumina und geplanten Fahrten. Die Erwartungen im Bereich Schiene konnten daher nicht vollumfänglich erfüllt werden.

Im Geschäftsfeld Süd-/Osteuropa wurde als Reaktion auf die Entwicklungen in den beiden Ländern im Vorjahr die Beteiligung in der Ukraine vollständig wertberichtigt und die Beteiligung in Russland entkonsolidiert. Der Standort Gdansk profitiert von Sondergeschäften und kann das Jahr 2024 deutlich über den Erwartungen abschließen.

Aufgrund der beschriebenen Entwicklungen liegt das EBT für das Geschäftsjahr 2023 im Geschäftsbereich AUTOMOBILE mit TEUR 36.182 sehr deutlich über dem Vorjahreswert von TEUR -11.696 und damit über den Erwartungen.

Geschäftsbereich CONTRACT

An

> 40

Standorten

sind wir in Europa und Übersee für unsere Kunden präsent.

Der Geschäftsbereich CONTRACT managt komplexe Projekte und bietet seinen Kunden verlässliche Logistiklösungen an. An mehr als 40 Standorten in Europa und Übersee arbeiten wir in eigenen Logistikzentren sowie in den Produktionsbereichen und Werken unserer Kunden.

Im anhaltenden Multi-Krisen-Umfeld ist es dem Geschäftsbereich CONTRACT im Geschäftsjahr 2023 erneut gelungen, seine Ziele zu erreichen. Die Auftragslage und die bearbeiteten Volumina im Bereich der Handels- und Industrielogistik lagen vielerorts über den Erwartungen. Des Weiteren konnten Zusatz- und Neugeschäfte generiert werden und die Energiekosten wirkten sich im Jahresverlauf geringer als erwartet aus.

TEUR

 

2023

 

2022

Umsatzerlöse

 

569.143

 

548.192

EBIT

 

8.864

 

12.415

EBT

 

9.422

 

11.256

EBT-Marge (in %)

 

1,7

 

2,1

An unserem größten Standort der Industrielogistik in Bremen bestanden auch im Geschäftsjahr 2023 schwierige Rahmenbedingungen in den Bereichen CKD (Completely Knocked Down) und Rohbau. Diese litten unter geringen Volumina, Schwierigkeiten hinsichtlich der Produktivität und dem Ausfall von geplanten Mengen. Durch das Gegensteuern in Form von Kostenreduzierungen und Verbesserungen von Prozessen konnten die Auswirkungen abgemildert werden.

An den Handeslogistikstandorten konnten vereinzelt unter den Erwartungen liegende Volumina im Bereich Consumer & Fashion insgesamt durch stabile Geschäfte an anderen Standorten mit Bestandskunden kompensiert werden.

Im Neustädter Hafen in Bremen waren die Kapazitäten insbesondere durch hohe Mengen Stahl gut ausgelastet. Die umgeschlagene Tonnage (schiffsseitige Abwicklung) sank insgesamt von 1,6 Mio. t auf 1,3 Mio. t. Trotzdem entwickelt sich die Ergebnissituation positiv, die auch durch zusätzliche Lagergelder, geringere Fremdleistungen und Einmaleffekte begünstigt war. Im Bereich Landverkehre konnte der Wegfall eines Großkunden noch nicht vollständig kompensiert werden.

An unseren Industrielogistik-Standorten in Übersee hat insbesondere der Standort in Südafrika seine positive Entwicklung des Vorjahres fortgesetzt. Der Standort konnte – inklusive Neugeschäfte – deutlich über den Erwartungen abschließen. Gegenläufig unter den Planungen schloss das USA-Geschäft das Geschäftsjahr 2023 ab. Dies resultierte insbesondere aus deutlich unter den Erwartungen liegenden Volumina bei den Neugeschäften.

Insgesamt liegt der Geschäftsbereich CONTRACT in einem herausfordernden Umfeld im Rahmen der Ergebniserwartungen, auch wenn das EBT in Höhe von TEUR 9.422 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.834 zurückging.

Geschäftsbereich CONTAINER

Mit

11

Containerterminals

ist die EUROGATE-Gruppe in 5 verschiedenen Ländern vertreten, von der Nordsee bis zum Mittelmeer.

Der Geschäftsbereich CONTAINER der BLG LOGISTICS wird durch die Hälfte der Gesellschaftsanteile an dem Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG (EUROGATE) repräsentiert. Diese betreibt – teilweise mit Partnern – Containerterminals in Bremerhaven, Hamburg, Wilhelmshaven, an den italienischen Standorten La Spezia, Ravenna und Salerno, in Limassol (Zypern) sowie in Tanger (Marokko). Darüber hinaus ist die EUROGATE-Gruppe an mehreren Binnenterminals sowie Eisenbahnverkehrsunternehmen beteiligt.

Des Weiteren ist EUROGATE seit 2022 am Joint Venture „Damietta Alliance Container Terminal S.A.E.“ beteiligt. Dieses soll den Bau, die Entwicklung und den Betrieb eines neuen Terminals im Hafen von Damietta/Ägypten umsetzen.

Der Geschäftsbereich CONTAINER ist vor allem im Containerumschlag aktiv. Als Komplementärdienstleistungen werden intermodale Dienste, wie Transporte von Seecontainern von und zu den Terminals, Reparaturen, Depothaltung und Handel von Containern, cargomodale Dienste sowie technische Serviceleistungen angeboten.

Die nachfolgenden Zahlen entsprechen dem 50-prozentigen Anteil an EUROGATE.

TEUR

 

2023

 

2022

Umsatzerlöse

 

301.914

 

345.098

EBIT

 

27.431

 

90.560

EBT

 

18.528

 

80.030

EBT-Marge (in %)

 

6,1

 

23,2

Das Geschäftsjahr 2023 von EUROGATE war in erheblichem Maße von den oben beschriebenen weltwirtschaftlichen und konjunkturellen Rahmenbedingungen beeinflusst. Des Weiteren ist die deutliche Ergebnisabweichung zum Vorjahr auch dadurch begründet, dass im Vorjahresergebnis eine Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von (anteilig) EUR 35,4 Mio. ausgewiesen war (vgl. oben).

EUROGATE hatte bei einem Rückgang der Umschlagsmengen der vollkonsolidierten Gesellschaften in Deutschland einen maßgeblichen Rückgang des Konzernumsatzes um rund 13 Prozent auf EUR 301,9 Mio. (Vorjahr: EUR 345,1 Mio.; hier anteilig zu 50 Prozent dargestellt) zu verzeichnen. Der Umsatzrückgang ist neben der rückläufigen Umschlagsentwicklung maßgeblich bedingt durch signifikant rückläufige Lagergelderlöse. Insgesamt ist die Umschlagsmenge an den EUROGATE-Terminals von 11,2 Mio. TEU um 5,1 Prozent zurückgegangen, an den deutschen Terminals insgesamt um 10,5 Prozent.

Dem gegenüber stehen erste Erfolge aus dem bereits Ende 2019 gestarteten Transformationsprojekt mit dem internen Titel „Zukunft EUROGATE“, welches unverändert große Bedeutung für die nachhaltige Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der EUROGATE-Gruppe hat und sich 2023 bereits positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat.

Das Ergebnis aus der At-Equity-Bewertung (spiegelt die Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals wider) lag mit TEUR 18.202 daher sehr deutlich unter dem Vorjahreswert von TEUR 76.705.

Vergleich der Ertragslage 2023 mit der Prognose für das Geschäftsjahr 2023

Umsatz

1.210 Mio.

EBT

36,1 Mio.

EBT-Marge

3,0 %

Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2023

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Vorjahresberichts hielt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine an, es bestanden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China und die Energiekrise mit sehr hohen Energiepreisen sowie die allgemein hohe Inflation waren noch nicht ausgestanden.

In diesem sehr unsicheren Umfeld ging BLG LOGISTICS zunächst davon aus, dass sich die Umsatzerlöse zwar leicht gegenüber dem Niveau von 2022 erhöhen können, das Ergebnis (EBIT und EBT) sich aber deutlich reduziert. Entsprechend haben wir auch die Entwicklung für RoCE und EBT-Marge prognostiziert.

 

 

Prognose 2023

 

Eintritt 2023

EBT

 

deutliche Reduzierung

 

deutliche Reduzierung

EBIT

 

deutliche Reduzierung

 

deutliche Reduzierung

Umsatz

 

leicht über dem Vorjahresniveau

 

leicht über dem Vorjahresniveau

EBT-Marge

 

deutliche Reduzierung

 

deutliche Reduzierung

RoCE

 

deutliche Reduzierung

 

deutliche Reduzierung

Wie der Tabelle und den vorherigen Beschreibungen zu entnehmen ist, sind die Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 insgesamt eingetreten. Auch wenn Energiepreise und Inflation zurückgegangen sind, sind die geopolitischen Unsicherheiten durch den Nahostkonflikt weiter gestiegen und die Konjunktur hat sich als lahmend erwiesen. Letztere wirkte sich deutlich auf die Umschlagsmengen im Geschäftsbereich CONTAINER aus, wo aufgrund geringerer Umschlagsvolumina und deutlich geringerer Lagergelder das Beteiligungsergebnis zurückging. Dies konnte nicht durch eine deutliche Ergebnissteigerung im Geschäftsbereich AUTOMOBILE und das erneut solide Ergebnis im Geschäftsbereich CONTRACT kompensiert werden. So blieb das Ergebnis bei leicht steigenden Umsätzen (ohne den Geschäftsbereich CONTAINER) zwar um TEUR 19.627 unter dem Vorjahresergebnis, aber im deutlich positiven Bereich. Entsprechend verhielt es sich mit dem RoCE und der EBT-Marge.

Vermögenslage

Bilanzstruktur

Bilanzstruktur (Säulendiagramm)

Im Berichtsjahr betrug die Bilanzsumme TEUR 1.317.368 und lag damit leicht unter dem Niveau des Vorjahreswerts von TEUR 1.336.518.

Hinsichtlich der Sachanlagen ergaben sich im Geschäftsjahr 2023 insgesamt Investitionen in langfristige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von TEUR 84.639 (davon im Betrachtungszeitraum zahlungsunwirksam TEUR 40.877). Dem stehen Desinvestitionen in Höhe von TEUR 8.394 und gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.440 geringere Abschreibungen in Höhe von TEUR 84.559 gegenüber. Die Anlagenintensität hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 mit 41,3 Prozent nicht verändert.

Kennzahlen zur Vermögenslage

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

Bilanzsumme

 

1.317.368

 

1.336.518

 

-19.150

 

-1,4

Anlagenintensität (in %)

 

41,3

 

41,3

 

0,0

 

0,0

Working Capital Ratio (in %)

 

105,9

 

88,2

 

17,7

 

20,1

Eigenkapital

 

285.677

 

277.727

 

7.950

 

2,9

Eigenkapitalquote (in %)

 

21,7

 

20,8

 

0,9

 

4,3

Nettoverschuldung

 

488.461

 

526.144

 

-37.683

 

-7,2

Deutliche Veränderungen ergaben sich auf der Aktivseite bei den Anteilen an Unternehmen, die at Equity bilanziert werden. Diese sind im Berichtsjahr um TEUR 26.669 auf TEUR 208.281 gesunken. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass BLG LOGISTICS im Berichtsjahr eine Dividende von der EUROGATE GmbH & Co. KGaA, KG in Höhe von TEUR 39.728 (Vorjahr: TEUR 27.320) erhalten hat, die das Ergebnis der Equity-Bewertung im Berichtsjahr von TEUR 18.202 deutlich übersteigt.

Eine weitere wesentliche Änderung auf der Aktivseite liegt bei den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten vor, die zum Stichtag eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr in Höhe von TEUR 21.529 ausweisen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen stichtagsbedingt um TEUR 9.636 zurück.

Im Wesentlichen aufgrund des positiven Gruppenergebnisses (Gruppenjahresüberschuss von TEUR 33.430) konnte das Eigenkapital zum 31. Dezember 2023 um TEUR 7.950 gesteigert werden. Entsprechend stieg die Eigenkapitalquote von 20,8 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 21,7 Prozent an.

Gegenläufig wirkten sich direkt im Eigenkapital erfasste Neubewertungseffekte auf erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Bruttopensionsverpflichtungen nach IAS 19 sowie die Differenz aus der erwarteten und der tatsächlichen Rendite des Planvermögens sowie erfolgsneutral erfasste Nettogewinne, die aus der Veränderung des Marktwerts des effektiven Teils von Cashflow-Hedges entfielen, aus. Insgesamt beträgt das sonstige Ergebnis nach Ertragsteuern im Berichtsjahr TEUR -16.466 und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von TEUR 80.388, wo sich der starke Anstieg des Zinsniveaus ausgewirkt hat.

Eine detaillierte Aufstellung der beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden sowie Angaben zu den Sicherungsinstrumenten ist im Gruppenanhang unter Erläuterung Nummer 32 zu finden.

Finanzlage

Kennzahlen zur Finanzlage

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit

 

87.884

 

78.434

 

9.450

 

12,0

Mittelzu-/-abfluss aus der Investitionstätigkeit

 

13.087

 

-20.102

 

33.189

 

165,1

Free Cashflow

 

100.971

 

58.332

 

42.639

 

73,1

Mittelzu-/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit

 

-63.876

 

-70.857

 

6.981

 

9,9

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds

 

37.095

 

-12.525

 

49.620

 

396,2

Wechselkurs- und Konsolidierungskreisbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds

 

-1.517

 

-1.550

 

33

 

2,1

Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres

 

-2.635

 

11.440

 

-14.075

 

-123,0

Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres

 

32.943

 

-2.635

 

35.578

 

1.350,2

Zusammensetzung des Finanzmittelfonds

 

 

 

 

 

 

 

 

Liquide Mittel

 

39.932

 

18.403

 

21.529

 

117,0

Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

 

-6.989

 

-21.038

 

14.049

 

66,8

Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres

 

32.943

 

-2.635

 

35.578

 

1.350,2

Auf der Grundlage des im Jahr 2023 erzielten Ergebnisses vor Steuern von TEUR 36.095 ist ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 87.884 (Vorjahr: TEUR 78.434) erwirtschaftet worden. Der Free Cashflow lag mit TEUR 100.971 im deutlich positiven Bereich und TEUR 42.639 über dem Vorjahreswert von TEUR 58.332.

Insbesondere die deutliche Steigerung des Ergebnisses im Geschäftsbereich AUTOMOBILE wirkt sich positiv auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus. Gegenläufig reduziert die stichtagsbedingte Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Veränderung zum Vorjahr TEUR -38.559) den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit deutlich.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit hat sich im Berichtsjahr deutlich verbessert, da den leicht gesunkenen Auszahlungen für Investitionen von insgesamt TEUR 41.330 insbesondere deutlich höhere Einzahlungen aus erhaltenen Dividenden in Höhe von TEUR 28.048 (i.W. Ausschüttungen von EUROGATE) und leicht gestiegene Einzahlungen aus der Tilgung von Leasingforderungen (TEUR 24.230) gegenüberstehen.-Weitere Details ergeben sich aus der ausführlichen Kapitalflussrechnung im Gruppenabschluss. Für weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung verweisen wir auch auf Erläuterung Nummer 37 des Gruppenanhangs.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich im Berichtsjahr etwas um TEUR 6.981 auf TEUR -63.876. Im Wesentlichen resultiert die Veränderungen aus höheren Einzahlungen aus Finanzkrediten, die gegenüber dem Vorjahr um TEUR 9.290 angestiegen sind.

Gegenläufig wirkten sich unter anderem höhere Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten (TEUR 626) und Leasingverbindlichkeiten (TEUR 426) aus.

Insgesamt hat sich der Finanzmittelfonds im Geschäftsjahr um TEUR 35.578 auf TEUR 32.943 deutlich verbessert.

Die Finanzierung von Investitionen erfolgt aus dem operativen Cashflow, langfristigem Fremdkapital (Darlehen) sowie mittels Leasing.

Zum Bilanzstichtag bestanden zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 76,5 Mio. Aus bestehenden Factoringvereinbarungen war zum 31. Dezember 2023 ein Volumen von EUR 23,1 Mio. ungenutzt.

Die Finanzverschuldung ist gegenüber dem Vorjahr leicht um TEUR 6.513 gesunken. Der Anstieg der langfristigen Darlehen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 12.415 wird durch die Abnahme sonstiger lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten überkompensiert. Hierbei wirkt sich insbesondere ein deutlicher Rückgang der Verpflichtungen aus Kontokorrentkrediten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 14.049 positiv aus.

Die Nettoverschuldung geht letztendlich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls um TEUR 37.683 deutlich zurück, da insbesondere die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gegenüber 2022 um TEUR 21.529 stark angestiegensind. Des Weiteren erhöhten sich innerhalb der kurzfristigen Finanzforderungen die Finanzforderungen aus Gesellschafterkonten bei at Equity einbezogenen Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 11.316.

Nettoverschuldung

TEUR

 

2023

 

2022

 

Veränderung absolut

 

Veränderung prozentual

Langfristige Darlehen

 

151.856

 

139.441

 

12.415

 

8,9

Sonstige langfristige Finanzverbindlichkeiten

 

521.086

 

526.874

 

-5.788

 

-1,1

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

 

148.379

 

161.519

 

-13.140

 

-8,1

Finanzverschuldung

 

821.321

 

827.834

 

-6.513

 

-0,8

Langfristige Finanzforderungen

 

224.130

 

228.228

 

-4.098

 

-1,8

Kurzfristige Finanzforderungen

 

68.798

 

55.059

 

13.739

 

25,0

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

39.932

 

18.403

 

21.529

 

117,0

Nettoverschuldung

 

488.461

 

526.144

 

-37.683

 

-7,2

CKD
Bei der CKD-Methode (Completely Knocked Down) werden Fahrzeugteile aus den Einzelbelieferungen der Lieferanten und Hersteller zusammengeführt, zu bestimmten Bausätzen verpackt und anschließend über den Seetransport in die entsprechenden Auslandsmontagewerke geliefert.
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Cashflow
Kennzahl, die den Saldo aus dem Zu- und Abgang an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten innerhalb des Geschäftsjahres beschreibt.
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EBIT
Earnings Before Interest and Taxes (Ergebnis vor Steuern und Finanzergebnis). Das EBIT stellt das operative Ergebnis eines Unternehmens für ein Geschäftsjahr dar.
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EBT
Earnings Before Taxes (Ergebnis vor Steuern). Ausgangsgröße zur Bestimmung der Ertragskraft unabhängig von nicht beeinflussbaren steuerlichen Effekten. Es ist auch zur Messung der Profitabilität im internationalen Vergleich geeignet.
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EBT-Marge
Division des EBT durch den Umsatz. Die EBT-Marge ist ein Indikator für die Effizienz und Profitabilität eines Unternehmens.
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Equity-Methode/At Equity
Verfahren zur Berücksichtigung von Beteiligungsgesellschaften, die nicht auf Basis einer Vollkonsolidierung mit allen Aktiva und Passiva in den Gruppenabschluss einbezogen werden. Hierbei wird der Beteiligungsbuchwert um die Entwicklung des anteiligen Eigenkapitals der Beteiligung erhöht beziehungsweise vermindert. Diese Veränderung geht in die Gewinn- und Verlustrechnung der Muttergesellschaft ein.
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IAS
International Accounting Standards (siehe auch „IFRS“).
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RoCE
Return on Capital Employed. Zeigt an, wie groß die Rendite auf das eingesetzte Kapital ist. Dazu setzt der RoCE das EBIT mit dem im Unternehmen gebundenen Vermögen ins Verhältnis.
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Sonstiges Ergebnis
Gesamtheit aller Erträge und Aufwendungen, die nicht im Jahresergebnis enthalten sind. Hierzu gehören z. B. Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Umrechnung ausländischer Abschlüsse, die gemäß IAS 21 direkt im Eigenkapital erfasst werden.
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TEU
Twenty Foot Container Equivalent Unit. Standardisierte Containereinheit mit 20 Fuß Länge (1 Fuß = 30 cm).
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Vollkonsolidierung
Verfahren zur Berücksichtigung von Tochtergesellschaften, die mit allen Aktiva und Passiva in den Konzernabschluss einbezogen werden.
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